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Totgerettet

Das Aufbäumen an den Märkten nach dem Spailout währte nur kurz. Börsen, Banken, Euro wieder runter. Was kommt als nächstes? - Probleme bei Energieunternehmen in Griechenland weiten sich aus. Geht in Athen bald das Licht aus?

 

von Michael Mross

Wenn's nach den Finanzmärkten geht, dann war's das wohl. Die 100 Milliarden Injektion ins kaputte spanische Bankensystem hatte nur einen kurzzeitigen Effekt. Mittlerweile bewegen sich die Kurse wieder nach unten und viele Beobachter fragen sich: was kommt eigentlich als nächstes?

Die nächsten Rettungskandidaten stehen schon vor der Tür. Als besonders wackelig gilt Italien. Wenn man die CDS der Banken anschaut, insbesondere der Südschiene, kann man nicht den Eindruck gewinnen, dass sich hier irgendwas zum Besseren wendet. Die Risikoprämien sind zwar in letzter Zeit etwas herunter gekommen, verharren aber immer noch auf hohem Niveau (www.cds-info.com).

Immer mehr Beobachter stellen sich auch die logische Frage: Wo soll eigentlich das viele Geld herkommen, mit dem derzeit gerettet wird, was eigentlich nicht zu retten ist? Und für Finanzexperten ist schon jetzt klar: die 100 Milliarden für Spanien reichen keineswegs. Irgendwann gehts in Richtung 1 Billion.

Unterdessen tun sich in der Südschiene ganz andere, neue Probleme auf. So berichtet Griechenland, dass die Energie-Unternehmen vor der Pleite stehen und in Athen bald im wahrsten Sinne des Wortes das Licht ausgeht. Konsequenz: Demnächst müssen also auch Energieunternehmen gerettet werden. Schon jetzt drohen offenbar Öl- und Gaszulieferer mit einem Lieferstopp an griechische Unternehmen, weil man an deren Zukunft nicht mehr glaubt.

Damit dürfte das Rettungs-Chaos in der Eurozone in die letzte Runde gehen. Auch aus Spanien hört man neuerdings, dass die mangelnde Bonität des Landes immer mehr Unternehmen in die Bedrängnis bringt, weil Geschäftspartner Zweifel daran haben, ob das Land im Euro bleibt.

Diese Unsicherheit wird sich in Zukunft noch erheblich ausweiten. Dann werden es nicht mehr nur Banken sein, die gerettet werden müssen, sondern ganze Industriezweige, weil sonst die Versorgung der Bevölkerung nicht mehr sicher gestellt ist. Spätestens dann aber wird auch für die Eurozone das Licht aus gehen - denn irgendwann ist alles totgerettet und die Gemeinschaftswährung wertlos.

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