Der Bahnsinn geht weiter

    Mainzer Zugchaos: Bahnindustrie fordert Sonderprogramm für Stellwerkstechnik


    Angesichts veralteter Stellwerkstechnik fordert der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) zusätzliche Investitionen des Bundes in die Erneuerung des Schienennetzes. „Wir fordern ein vom Bund finanziertes Sonderprogramm in Höhe von jährlich 600 Millionen Euro“, sagte Hauptgeschäftsführer Ronald Pörner der WirtschaftsWoche. Die aktuelle Struktur der in Deutschland eingesetzten 3400 Stellwerke sei „drastisch überaltert“. VDB-Chef Pörner: „Seit Jahren wird im Netz zu wenig in die Erneuerung der Stellwerkstechnik investiert“. Derzeit gibt die Deutsche Bahn rund 300 bis 350 Millionen Euro pro Jahr aus. „Nötig ist mindestens das Doppelte“, sagt Pörner. Der VDB-Chef rechnet mit einem zeitlichen Investitionsbedarf „von rund zehn Jahren, bis sämtliche Altstellwerke erneuert sind.“ Die Deutsche Bahn holt sich derzeit das Geld für Ersatzinvestitionen über den vom Bund bereit gestellten Finanzierungstopf für Ersatzmaßnahmen von jährlich 2,5 Milliarden Euro.

    Weitere Zugausfälle aufgrund von Personalproblemen wie derzeit in Mainz schließt der VDB nicht aus. Die Personalprobleme bei der Bahn könnten künftig noch an Schärfe zunehmen. Grund sei die teils völlig veraltete Stellwerkstechnik. Jedes dritte Stellwerk sei im Schnitt 93 Jahre alt. Viele Werke stammen noch aus der Kaiserzeit nach 1885. „Der Bedarf an Fachpersonal für die Steuerung von bis zu hundert Jahre alten Stellwerke wird sich auch durch engagierte Rekrutierungsanstrengungen nur schwer decken lassen.“

    Die Deutsche Bahn hat zwar Ende der Achtzigerjahre angefangen, die Stellwerke zu modernisieren. Doch derzeit sind laut VDB erst fünf Prozent der Stellwerke komplett auf elektronische Steuerung umgerüstet. Im Schnitt kommen diese Stellwerke auf ein Durchschnittsalter von zwölf Jahren. Der Rest ist deutlich älter. Fast jedes zwe! ite Stellwerk (47 Prozent) arbeitet noch mit Relaisschaltungen. Die Bauzeit dieser Stellwerke liegt meist in den Jahren von 1950 bis 1990, ihr Durchschnittsalter liegt bei circa 40 Jahren. Weitere 13 Prozent der Stellwerke stammen aus der Zeit von 1920 bis 1955 (Durchschnittsalter 70 Jahre). 35 Prozent der Stellwerke wurden noch vor 1935 erbaut. Sie funktionieren nur mechanisch und kommen auf ein Durchschnittsalter von 93 Jahren.
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