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2009 meldeten 130.698 Bundesbürger Privatinsolvenz an. Das
entspricht einem Anstieg um 8,65 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2008:
120.289). Vor allem jüngere Menschen sind zunehmend von der Pleitewelle
betroffen und von Armut bedroht.
2009 meldeten 130.698 Bundesbürger Privatinsolvenz an. Das
entspricht einem Anstieg um 8,65 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2008:
120.289). Vor allem jüngere Menschen sind zunehmend von der Pleitewelle
betroffen und von Armut bedroht. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle
Erhebung "Schuldenbarometer 2009" der Hamburger Wirtschaftsauskunftei
Bürgel.
Zwar sinkt die Fallzahl an Privatinsolvenzen im
Untersuchungszeitraum 2009 zum Jahresende hin: Im vierten Quartal 2009
kam es zu 33.834 Verbraucherinsolvenzen - 4,28 Prozent weniger als noch
im Vorquartal (3. Quartal 2008:35.347). Dennoch rechnet Bürgel für 2010
aus vielschichtigen Gründen mit einer negativen Entwicklung bei den
Verbraucherinsolvenzen auf mehr als 137.000 Fälle.
Spitzenreiter
2009 bei den absoluten Zahlen ist Nordrhein-Westfalen mit 26.918
Privatpleiten. Knapp 20 Prozent aller Fälle finden in diesem Bundesland
statt. Platz zwei hält Niedersachsen mit 17.605 Insolvenzen und Platz
drei Bayern mit 14.860 Pleiten.
In Relation zur Einwohnerzahl
pro Bundesland führt indes Bremen mit 284 Pleiten pro 100.000
Einwohnern, gefolgt von Niedersachsen (222) und Schleswig-Holstein
(219). Im Bundesdurchschnitt nahmen 159 Privatpersonen pro 100.000
Einwohner das Insolvenzgericht in Anspruch. Die wenigsten
Privatinsolvenzen melden im Untersuchungszeitraum 2009 Thüringen mit
112 Fällen je 100.000 Einwohner, Bayern (119) und Baden-Württemberg
(129).
Gegenüber dem Vorjahr sind die Fallzahlen 2009 nur in
drei Bundesländern rückläufig. Hier schneidet Thüringen mit minus 23,1
Prozent (2009: 2.530 Fälle) am besten ab. Die Quoten sinken ebenfalls
in Nordrhein-Westfalen mit minus 5,67 Prozent (2009: 26.918) und in
Berlin mit minus 4,26 Prozent (2009: 5.365). Unterdessen verzeichnet
das Saarland mit einem dicken Plus von 57,78 Prozent mehr
Privatinsolvenzen den stärksten Anstieg auf 2.190 Fälle. Auch in
Brandenburg (plus 34,71 Prozent; 2009: 5.286 Fälle) und Hamburg (plus
23,13 Prozent; 2009: 3.572 Fälle) kletterten die Fallzahlen.
Insgesamt
gehen im vergangenen Jahr 58,59 Prozent aller privaten Pleiten auf das
Konto von Männern (Anteil: 76.571 Fälle). Am meisten Privatinsolvenzen
verzeichnet die Bürgel -Untersuchung geschlechterunabhängig bei den 36-
bis 45-Jährigen (Anteil: 31,9 Prozent; 41.695 Pleiten), dicht gefolgt
von den 46- bis 60-Jährigen (Anteil: 31,75 Prozent; 41.499 Fälle). Als
problematisch erweist sich die Gruppe der 18- bis 25-Jährigen. Dort
ereigneten sich im vergangenen Jahr 7.038 Privatinsolvenzen - 34,49
Prozent mehr Fälle als noch 2008.
Privatpleiten treffen
insbesondere jüngere Gruppen, weil deren Investitionen in Wohnungs- und
Familiengründungen ein vergleichsweise geringes Einkommen gegenüber
steht. Zudem verfügen jüngere Konsumenten statistisch über weniger
Vermögen, das in einer Krise über finanzielle Engpässe hinweghelfen
könnte. Zu klassischen Ursachen für Verschuldung (Arbeitslosigkeit,
Trennung oder Tod des Partners, Erkrankungen oder Scheitern der
Selbstständigkeit) gesellen sich, vor allem bei jüngeren Bürgern,
gescheiterte Immobilienfinanzierungen und ein nicht zur
Einkommenssituation passendes Konsumverhalten. Zudem führen die
steigenden Zahlen an Firmeninsolvenzen zu einem wachsenden Risiko,
arbeitslos zu werden.
"Vor diesem Hintergrund sind die
Aussichten für 2010 weiter negativ", prognostiziert
Bürgel-Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin. Im aktuellen Jahr seien mehr
als 137.000 Privatinsolvenzen möglich. Träte dieser Fall ein, würden
die Fallzahlen die Situation von 2007 noch überflügeln. Diesen Trend
unterstreicht auch eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach galten bereits 2008 rund 11,5
Millionen Menschen - vor allem junge Erwachsene - als armutsgefährdet.
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Ich habe den DAX-CRASH in 2011 vorhergesagt...kommt jetzt ein neuer CRASH?! Ads
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