BIS: Deutsche Banken im Schuldensumpf

    BIS: Finanzsystem anfälliger als vermutet. Deutsche und französische Banken mit 1 Billion bei PIIGS engagiert. Marktteilnehmer mißtrauen der Erholung und zweifeln an der Robustheit des globalen Wachstums. Weltkreditmenge weiter rückläufig.

     

    Nach einer Analyse der BIS ("Bank für internationalen Zahlungsausgleich" BIZ, engl. BIS "Bank for International Settlements") hat der Rettungsschirm für Euro-Länder mit Schuldenproblemen die Finanzmärkte nur vorläufig beruhigt. Die Sorge, dass die schnell wachsende Staatsverschuldung in vielen Ländern eine Erholung der Wirtschaft behindern und das Wachstum dämpfen könnte, bestehe weiter. Zudem signalisiere die Zinsstruktur auf dem Interbanken-Geldmarkt zunehmende Bedenken, "dass das Finanzsystem anfälliger ist als zuvor vermutet".

    Deutschlands Banken haben in Europas Krisenländern offene Forderungen von Hunderten Milliarden, dokumentiert der jüngste Quartalsbericht der BIS. Nur französische Institute stecken in Griechenland, Irland, Portugal und Spanien noch tiefer im Schuldensumpf. Mit 465 Mrd. Dollar sind allein die deutschen Häuser in den betroffenen Staaten engagiert. Gemeinsam mit den französischen schaffen es die Banken auf Forderungsbestände in Höhe von 958 Mrd. Dollar.

    Dass internationale Großanleger dem Frieden noch nicht trauen und "an der Robustheit des globalen Wachstums zweifeln", zeigt laut BIS die Flucht aus riskanten in traditionell sichere Anlagen wie US- und deutsche Staatsanleihen sowie Gold. Das habe auch die Risiko- und Liquiditätsprämien weiter steigen lassen.

    Es seien nicht nur die Sorgen über "unhaltbare staatliche Haushaltssituationen" in Industrieländern, die die Finanzmarktteilnehmer beunruhigen. Die verschärfte Wirtschaftpolitik in Ländern wie China, Brasilien und Indien wecke ebenfalls Zweifel, ob die aufstrebenden Volkswirtschaften für die notwendige globale Dynamik sorgen könnten, hieß es in dem Bericht weiter.

    Außerdem berichtet die BIS über weiterhin kontraktive Tendenzen an den internationalen Kreditmärkten. Im letzten Quartal des Jahres 2009 ging die gobale Nettokreditsumme um 337 Milliarden Dollar zurück. Berücksichtigt in dieser Rechnung ist nur der Privatsektor, d.h. Ausleihungen der Geldinstitute an Nichtbanken und an Banken.

    Damit sei der Rückgang der privaten globalen Kreditsumme zwar geringer ausgefallen als in den Quartalen zuvor. Allerdings seien die Bankausleihungen seit März 2008 insgesamt um über 5 Billionen Dollar (in US Rechnung 5 Trillion) geschrumpft.

    Die globalen Kreditverbindlichkeiten des privaten Sektors beliefen sich im März 2008 noch bei 40,4 Billionen Dollar (US-Rechnung 40,4 Trillion). Von diesem Rekordniveau ist die Kreditsumme damit bis Ende 2009 um rund 12% gesunken.

    68-seitiger Quartalsbericht der BIS als PDF (engl)

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