Konzerne planen Propaganda-Offensive pro Euro

    Knapp 50 Konzernführer aus Deutschland und Frankreich wollen am kommenden Dienstag in Anzeigen in mehreren deutschen und französischen Tageszeitungen die Erfolge der Gemeinschaftswährung als "Jobmotor und Wohlstandsgarant" beschwören. Kampagne spaltet die Wirtschaft. Mittelstand gegen weitere Rettungspakete.


    Die Milliardenhilfen für Schuldenstaaten wie Griechenland spalten die deutsche Wirtschaft. Während Großkonzerne eine Anzeigenkampagne planen, die aus Sorge um die Stabilität des Euros ein flammendes Plädoyer für kurzfristige Hilfen an die angeschlagenen Staaten hält, fordert der Mittelstand ein Ende der staatlichen Rettungspolitik um jeden Preis. „Der bisherige Weg der Euro-Rettung durch die Rettungsschirme war falsch. Man hat schlechtem Geld gutes hinterhergeworfen“, sagt Lutz Goebel, Präsident des Verbandes „Die Familienunternehmer“ Handelsblatt Online. Inzwischen habe die Europäische Zentralbank für 74 Milliarden Euro Staatsanleihen aufgekauft und Griechenland sei der Sanierung trotzdem keinen Schritt nähergekommen. „Fast jeder nach Griechenland überwiesene Euro wird an ausländische Investoren durchgereicht, landet nicht bei den Griechen und hilft ihnen somit auch nicht“, kritisiert Goebel.

    Aufgeschreckt sind die Mittelständler durch eine geplante Kampagne der Großkonzerne: Knapp 50 Konzernführer aus Deutschland und Frankreich wollen nach Handelsblatt-Informationen am kommenden Dienstag in Anzeigen in mehreren deutschen und französischen Tageszeitungen die Erfolge der Gemeinschaftswährung als "Jobmotor und Wohlstandsgarant" beschwören. "Die Rückkehr zu stabilen finanziellen Verhältnissen wird viele Milliarden kosten, aber die Europäische Union und unsere gemeinsame Währung sind diesen Einsatz allemal wert", so die Konzernlenker.

    Genau dies bezweifeln viele mittelständische Unternehmer. „Der Euro wird durch die unverantwortliche Schuldenpolitik gefährdet. Sie muss gestoppt werden und die Profiteure dieser Schuldenmacherei, die privaten Gläubiger, müssen endlich an diesem Desaster beteiligt werden und Verantwortung übernehmen“, klagt Marie-Christine Ostermann, Chefin des Lebensmittelgroßhandels Rullko aus Hagen und Bundesvorsitzende des Verbands „Die jungen Unternehmer“ gegenüber Handelsblatt Online.

    Die kleinen Mittelständler fürchten die Folgen der milliardenschweren Rettungspakete. „Der Weg in die Transferunion muss unbedingt gestoppt werden, denn sonst wird besonders die junge Generation über höhere Steuern und weniger Investitionen beispielsweise in Bildung und Infrastruktur die Zeche zahlen müssen“, warnt Ostermann.

    Als Lösung favorisieren die Mittelständler deswegen eine Beteiligung der privaten Gläubiger der Schuldenstaaten. „Die Sanierung kann man nicht durch Gesundbeten der Politik und einzelner Stimmen aus der Wirtschaft erreichen, sondern nur durch eine schnelle geordnete Umschuldung“, so Familienunternehmer Goebel. Und auch Ostermann kann sich einen Seitenhieb nicht verkneifen. „Wer ein Risiko eingeht und deshalb hohe Renditen einstreicht, muss auch die Verluste tragen und darf nicht einfach weiterziehen, wie das leider auch in der Wirtschaft unter manchen angestellten Managern zu weit verbreitet ist.“
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