
Bayerns Genossenschaftspräsident Stefan Müller wirbt bei den Gläubigern für das neue Sanierungskonzept für den angeschlagenen BayWa-Konzern. "Die Alternative wäre ein Totalschaden gewesen", sagte Müller dem "Handelsblatt".
Eigentümer und Banken haben sich demnach grundsätzlich auf ein neues Rettungspaket geeinigt, das einen möglichen Schuldenschnitt sowie eine weitere Kapitalspritze der genossenschaftlichen Mehrheitseigentümer vorsieht. Nun ist die Zustimmung aller Gläubiger nötig.
Den bisherigen Schaden für den Genossenschaftssektor in Deutschland und Österreich bezifferte Müller auf deutlich unter einer Milliarde Euro. Die genossenschaftlichen Eigentümer hätten bereits rund 550 Millionen Euro über Kapitalerhöhungen und andere Maßnahmen beigetragen. "Wenn wir eines Tages die Aktien vollständig abschreiben müssten - was offen ist, weil wir die künftige Entwicklung nicht kennen -, dann könnten wir diese Schwelle vielleicht erreichen", sagte Müller.
Zugleich drängt der Genossenschaftspräsident auf eine rasche Besetzung des seit Monaten vakanten CEO-Postens. BayWa solle sich künftig auf Agrarhandel, Landtechnik und Baustoffe konzentrieren - und brauche dafür eine Führungspersönlichkeit, die das Kerngeschäft vorantreibe, nicht nur die Sanierung verwalte.
Müller sieht Managementfehler bei der schuldenfinanzierten Expansion in erneuerbare Energien. Ob auch der Aufsichtsrat versagt habe, werde derzeit geprüft.
Foto: Mähdrescher (Archiv), via dts Nachrichtenagentur



