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Dax startet mit Plus - Anleger beobachten Ölmarkt


Der Dax ist am Freitagmorgen positiv in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 23.925 Punkten berechnet, 0,5 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.

"Dass der Ölpreis im Bereich des oberen Fünftels seiner Handelsspanne seit Wochenbeginn notiert und der Dax im unteren Fünftel, demonstriert ein hohes Maß an Missbehagen der Anleger mit der aktuellen Situation am Markt", sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. "Dass die USA Indien erlauben, für 30 Tage wieder russisches Öl zu kaufen, zeigt, wie verzweifelt die Welt auf der Suche nach Wegen ist, einen drohenden Versorgungsengpass zu lösen. Europa ist Nettoimporteur von Öl, und solange die Preise hoch bleiben oder weiter steigen, werden Anleger einen großen Bogen um europäische Aktien machen."

"Seit dem Start der US-Operation `Epische Wut` hat die Rotation heraus aus US-Aktien ein jähes Ende gefunden. Der S&P-500-Index liegt in dieser Woche lediglich 0,5  Prozent im Minus, der Nasdaq 100 sogar 0,7  Prozent im Plus. Dass Anleger ihre Umschichtung heraus aus US-Aktien abrupt beenden, hat jedoch wohl mehr damit zu tun, dass die USA netto Öl exportieren, als damit, dass sich Anleger plötzlich wieder für ein dauerhaftes Übergewicht von US-Aktien in ihren Portfolios erwärmen könnten."

"Nach wochenlang immensen Schwankungen des Goldpreises wird die Frage lauter, ob Gold noch ein sicherer Hafen ist. Dass der Goldpreis im unteren Drittel der Handelsspanne einer Woche notiert, in der in vielerlei Hinsicht Unvorstellbares geschah, unterstreicht diese wachsenden Zweifel. Die Zentralbanknachfrage war jahrelang der treibende Faktor hinter immer weiter steigenden Goldpreisen, wobei die Zentralbank eines Landes ganz vorne mitspielte: Polen. Nun will Polens Regierung an die Goldschätze ihrer Zentralbank heran, um einen Kredit der EU für dringend notwendige Rüstungsausgaben zu umgehen." Es gebe immense rechtliche Hürden für dieses Vorhaben, denn Regierungen könnten nicht ohne Weiteres über die Vermögenswerte ihrer Zentralbank verfügen, um eigene Ausgabenpläne zu finanzieren. "Dennoch könnten die Gedankenspiele Polens - des größten offiziellen Goldkäufers der letzten Jahre - am Goldmarkt für Irritationen sorgen", sagte Stanzl.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagmorgen etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1607 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8615 Euro zu haben.

Der Goldpreis konnte profitieren, am Morgen wurden für eine Feinunze 5.099 US-Dollar gezahlt (+0,3 Prozent). Das entspricht einem Preis von 141,23 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 85,80 US-Dollar, das waren 39 Cent oder 0,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Foto: Frankfurter Börse (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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