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Dax startet schwach - Öl und Gas erneut massiv verteuert


Der Dax ist am Montagmorgen mit kräftigen Verlusten in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 23.025 Punkten berechnet, und damit 2,4 Prozent unter dem Schlussniveau vom Freitag. An der Spitze der Kursliste rangierten die Münchener Rück, Siemens Healthineers und FMC, am Ende Siemens Energy, Continental und Infineon.

Die Energiepreise gerieten zum Wochenbeginn vor dem Hintergrund des andauernden Krieges im Nahen Osten weiter unter Druck. So stieg der Ölpreis stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 107,80 US-Dollar; das waren 16,3 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Der Gaspreis legte zum Handelsstart ebenfalls sprunghaft um über 28 Prozent zu, bevor sich das Plus danach bei etwa 14 Prozent einpendelte. Im europäischen Großhandel wurden am Vormittag für die Lieferung einer Megawattstunde im April bis zu 68 Euro aufgerufen, was einen Verbraucherpreis von 12 bis 15 Cent pro Kilowattstunde inklusive Nebenkosten und Steuern impliziert.

"Solange die Straße von Hormus dicht ist, gibt es praktisch keine Hoffnung auf einen Rückgang des Ölpreises", sagte Thomas Altmann von QC Partners. "Viele Golfstaaten haben ihre Produktionsmengen bereits massiv gedrosselt. Vom produzierten Öl kommt ohne die Straße von Hormus deutlich weniger Öl nach Asien und Europa." Statistiken zeigten, dass kein einziger Öltanker die Straße von Hormus während der vergangenen sieben Tage in Richtung Westen passiert habe. "Das gab es noch nie seit Beginn der Datenerhebung."

"Am Ölmarkt trifft eine relativ konstante Nachfrage aktuell auf ein deutlich reduziertes Angebot. Und das treibt zwangsläufig den Preis in die Höhe", so Altmann. Bleibe der Ölpreis längere Zeit auf diesem hohen Niveau, dann werde dies das globale Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen. "Der Ölpreis ist der Punkt, an dem der Iran-Krieg die gesamte Welt in Mitleidenschaft zieht."

Die Sorgen, dass der Ölschock zum nächsten großen Schub bei der Inflationsrate sorgen könnte, werden derweil größer. "Und die Mehrheit geht davon aus, dass die Notenbanken mit Zinserhöhungen gegensteuern werden", so der Analyst. "Mittlerweile wird die Wahrscheinlichkeit einer EZB-Zinserhöhung bis Oktober bei 93 Prozent gepreist." Das wiederum führe dazu, dass Staatsanleihen ihren Charakter als sicherer Hafen erneut einbüßen. "Aus Angst vor Inflation und weiter steigenden Zinsen werden Staatsanleihen abgestoßen."

Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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