Deflationärer Aufschwung?

Was sehr bedenklich stimmt ist, dass ein Konjunkturanstieg eigentlich mit steigenden Zinsen begleitet sein müsste, das Gegenteil ist jedoch aktuell der Fall. Somit könnte das Sommermärchen an den weltweiten Finanzmärkten bald ein  jähes Ende nehmen.

 

Der für den deutschen Rentenmarkt relevante Euro Bund Future erklimmt tagtäglich neue Rekorde und somit fallen die Renditen für Bundesanleihen. So rentierte die zehnjährige deutsche Bundesanleihe nur noch mit 2,33 Prozent. In den USA fiel die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen auf 2.57 Prozentpunkte und nähert sich damit dem Tiefststand im Krisenjahr 2008. Die deutsche Umlaufrendite fiel auf nunmehr 2,04 Prozent und befindet sich weiter im freien Fall. Ein Schelm wer Böses denkt. 


Ein derartig tiefer Zins deutet auf eine deflationäre Entwicklung hin, die zu einem neuen Crash führen könnte, wenn die kurzfristigen Zinsen massiv stark ansteigen und die langfristigen Zinsen weiter fallen würden.  Aktuell hat sich auch der Zinsspread bei Moody zwischen den Unternehmensanleihen  BAA und AAA ausgeweitet.  War der Spread beim Aprilaktienhoch lediglich bei 94, so betrug er bereits Ende Mitte Juni 2010 bei 133 Punkten. Dies ist kein gutes Zeichen für den Aktienmarkt und das Vertrauen, welches in den aktuellen Aufschwung zu setzen ist.


Möglicherweise wird in einem deflationärem Schulden-Szenario der kurzfristige Zins sogar höher als der langfristige, was nichts anderes bedeutet, als dass Bargeld zum höchsten Gut avancieren wird, wenn langfristiges Geldverleihen keinen Anreiz mehr bietet. Nicht die Inflation, sondern die Deflation frisst dann ihre Kinder in Gestalt der globalen Schuldenjunkies, die die Finanzmärkte in perverse Zockerbuden verwandelt haben. 

Es ist offensichtlich, dass in einer Deflation die Arbeitslosenquote nicht zurückgehen wird, sondern deren Anstieg kann nur noch durch Statistikmanipulationen schöngeredet werden.  Nicht schöngeredet werden kann jedoch der Baltic Dry Index, der die weltweiten Frachtraten bemisst. Dieser ist immer noch auf einem sehr niedrigen Level, was eher auf die Schwäche denn auf die Stärke des jüngsten Aktienbooms hindeutet.


Auch fielen die letzten Wirtschaftsdaten aus den USA weiter recht schwach aus. Der von der "National Association of Home Builders" (NAHB) veröffentlichte Index zur Stimmung am US-Wohnungs-Immobilienmarkt sank  im August von 14 auf 13 Punkte gesunken (erwartet wurden 15 Punkte). 

Dies ist das niedrigste Niveau seit März 2009, als die weltweiten Aktienmärkte ihre Erholungsrallye begannen. Der amerikanische Wohnimmobilienmarkt scheint somit seine durch ausuferndes Gelddrucken initiierte Erholung hinter sich gelassen zu haben und könnte in Bälde neue Tiefststände sehen. In dieses Bild passt, dass die ECRI-Frühindikatoren genauso schlecht dastehen wie im Jahr 2008.

 
http://www.markt-daten.de/kalender/chart/indikatoren/ecri-wli-ab2000.gif
 Abb.3: ECRI-Frühindikatoren


Zwar mögen einige Volkswirtschaftler über den deutschen Konjunkturanstieg im 2. Quartal dieses Jahres jubeln, jedoch wird man selbst bei einem 2.5 Prozentanstieg in 2010 nochmals um den gleichen Betrag in 2011 zulegen müssen um wieder auf den Stand von 2008 zu gelangen.

Was sehr bedenklich stimmt ist, dass ein Konjunkturanstieg eigentlich mit steigenden Zinsen begleitet sein müsste, das Gegenteil ist jedoch aktuell der Fall. Somit könnte das Sommermärchen an den weltweiten Finanzmärkten bald ein  jähes Ende nehmen.  Wird der Zinsspread zwischen langfristigem und kurzfristigem Zins zukünftig sogar wieder negativ wie vor dem Krisenjahr 2008 lässt sowieso Crashonomics grüßen!

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