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Schlachthof Drama

Bundesregierung räumt „schwerwiegende“ Missstände auf deutschen Schlachthöfen ein. Demnach müssen offenbar wegen Akkordarbeit und Defiziten bei der Betäubung Tausende Tiere unnötig leiden. Bis zu neun Prozent der Rinder würden nicht richtig betäubt.

 

In der Debatte um den Tierschutz geraten jetzt auch Missstände auf den rund 5100 zugelassenen, deutschen Schlachthöfen ins Visier. Wie die „Saarbrücker Zeitung“ (Donnerstag) berichtet, räumt die Bundesregierung „schwerwiegende“ Zwischenfälle bei der Tötung von Schweinen und Rindern ein. Das geht aus der Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, die der Zeitung vorliegt.

 

Demnach müssen offenbar wegen Akkordarbeit und Defiziten bei der Betäubung Tausende Tiere unnötig leiden. Bis zu neun Prozent der Rinder würden nicht richtig betäubt, bei Schweinen belaufe sich die „Fehlbetäubungsrate“ bei von Hand bedienten, elektrischen Anlagen auf bis zu zwölf Prozent. Solche Zwischenfälle seien „aus Sicht der Bundesregierung so schwerwiegend“, dass die tierschutzgerechte Tötung weiterentwickelt werden müsse.

 

Laut Regierung werden auf einem Schlachthof bis zu 750 Schweine pro Stunde betäubt, fünf Sekunden bleiben dann für die fachgerechte Tötung. Bei Rindern sind es 80 Tiere pro Stunde und 45 Sekunden. Die Grünen forderten daher ein Ende der Akkordarbeit auf den Schlachthöfen. Fraktionsvize Bärbel Höhn sagte der Zeitung: „Wenn nur fünf Sekunden für die Tötung eines Schweins zur Verfügung stehen, muss man sich über die hohe Fehlerquote nicht wundern.“ Grünen-Landwirtschaftsexperte Friedrich Ostendorff betonte, auch die Bürger seien zunehmend gegen die massenhafte Fleischproduktion und Tierhaltung.

Insgesamt wurden letztes Jahr 3,6 Millionen Rinder und 59 Millionen Schweine geschlachtet.

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