Vorsorge wegen Griechenlands-Pleite

Bundesregierung trifft Vorsorge für Staatspleite Griechenlands. Werde Griechenland zahlungsunfähig, könne es zu "respektgebietenden Auswirkungen" auf Banken, die Realwirtschaft und möglicherweise das Finanzsystem als Ganzes kommen.  - "Dann werden wir dafür sorgen, dass es zu keiner unkontrollierten Entwicklung kommt."

 

Die Bundesregierung trifft Vorsorge für eine eventuelle Staatspleite Griechenlands. "Natürlich bereiten wir uns als verantwortungsvolle Regierung für den unwahrscheinlichen Fall vor, dass es entgegen aller Erwartungen doch zu einem Ausfall griechischer Zahlungen kommt", sagte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in einem Gespräch mit dem Nachrichten-Magazin "Der Spiegel". "Dann werden wir dafür sorgen, dass es zu keiner unkontrollierten Entwicklung kommt." Werde Griechenland zahlungsunfähig, könne es zu "respektgebietenden Auswirkungen" auf Banken, die Realwirtschaft und möglicherweise das Finanzsystem als Ganzes kommen, sagte der Bundesfinanzminister weiter.

Schäuble verteidigte die Vereinbarung mit den privaten Banken über ihren Anteil an der Griechenland-Rettung. "Natürlich ist das ein Erfolg", sagte Schäuble. "Vor ein paar Monaten hat niemand im Ernst geglaubt, dass wir überhaupt irgendeine Privatbeteiligung bekommen." Zugleich räumte der  Finanzminister in dem Gespräch ein, dass er den Instituten bei den Verhandlungen entgegengekommen sei. "Die deutschen Banken und Versicherungen haben mir sehr deutlich gemacht, dass ihre Beteiligung nicht zu einer Benachteiligung gegenüber europäischen Wettbewerbern führen darf."

Für Griechenland forderte Schäuble eine Art europäischen Marshallplan. "Wie Sie das nennen, ist nicht so wichtig", sagte Schäuble dem Magazin. "Entscheidend ist, dass Europa stärker als bisher bereit sein muss, Griechenland dabei zu unterstützen, Wachstum zu generieren." Hier lägen auch "beträchtliche Aufgaben und Chancen für die deutsche Wirtschaft", sagte Schäuble.
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