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Schnieder sieht Fortschritte bei Wasserstoffnetz für Lkw


Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) sieht Fortschritte beim Aufabau eines Netzes zur Betankung von schweren Nutzfahrzeugen mit Wasserstoff. "Die starke Resonanz auf unseren Förderaufruf für den Aufbau eines initialen Netzes zur Betankung schwerer Nutzfahrzeuge mit Wasserstoff in Deutschland zeigt: mit unserem Ansatz kommen wir genau zur richtigen Zeit", erklärte Schnieder am Mittwoch. "Denn die Branche setzt neben der Elektromobilität auch auf Wasserstoffmobilität bei den schweren Lkw."

Mit einer kombinierten Förderung von einer großen Anzahl von Tankstellen und Fahrzeugen schaffe man es, "den entscheidenden Impuls zur Überwindung der Henne-Ei-Problematik zu geben", sagte der Minister. "Damit legen wir den Grundstein für den zügigen Hochlauf einer klimafreundlichen Wasserstoff-Lkw-Flotte."

Bis zum Ende der Einreichungsfrist am 30. Juni gingen laut Verkehrsministerium 526 Anträge mit einem beantragten Fördervolumen von 455 Millionen Euro beim Projektträger ein. Darunter sind 71 Anträge für Tankstellen und 455 Anträge für Fahrzeuge und Fahrzeugflotten. Dafür stellt das BMV insgesamt 220 Millionen Euro bereit.

Die Auswahl der Projekte erfolgt in einem wettbewerblichen Verfahren auf Basis der vorher festgelegten Kriterien. Die priorisierten Anträge sollen eine Bewilligung in der zweiten Jahreshälfte erhalten.

Als "grün" gilt Wasserstoff, wenn er durch die Aufspaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff gewonnen wird und der dafür benötigte Strom aus erneuerbaren Energien stammt. "Blauer" und "grauer" Wasserstoff entsteht, wenn Methan oder Erdgas per Dampfreduzierung in Wasserstoff und CO2 aufgespalten wird. Bei grauem Wasserstoff gelangt dieses CO2 in die Atmosphäre, bei "blauem" Wasserstoff wird es mithilfe von CCS-Anlagen abgeschieden und unterirdisch in Endlager verpresst. Dabei bleibt ein Rest an Emissionen, weil CCS nur einen Teil der Emissionen auffängt und bereits bei der Förderung der Energieträger klimaschädliches Methan in die Atmosphäre gelangt.

Weil grüner Wasserstoff auf absehbare Zeit extrem knapp bleibt, werben Wissenschaftler und Klimaschützer dafür, Wasserstoff vor allem dort einzusetzen, wo es keine Alternativen dazu gibt. Dazu gehören insbesondere die Bereiche Düngemittel, Methanol und Entschwefelung, aber auch Schifffahrt und Rohstahl. Während der Lkw-Fernverkehr als Grenzfall gilt, wird der Einsatz von Wasserstoff im Verteilerverkehr eher kritisch gesehen.

Foto: Wasserstoff-Tankstelle (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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