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Dax am Mittag weiter im Aufwind - Rätseln über Grönlands Rohstoffe


Der Dax ist am Donnerstag nach einem bereits freundlichen Start in den Handelstag bis zum Mittag weiter klar im grünen Bereich geblieben. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 24.860 Punkten berechnet, 1,2 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.

"Viel Erleichterung herrscht auf den Börsenparketts dieser Welt nach der Rede des US-Präsidenten Trump in Davos, vor allem aber nach den Nachrichten, die dann am Abend aus dem Schweizer Hochgebirge über die Ticker liefen", sagte Daniel Kostecki, Marktanalyst bei CMC Markets. "Parallel zu einem Rahmenabkommen über Grönland will die US-Regierung nun wieder Abstand von den noch am Wochenende angedrohten Strafzöllen nehmen."

"Handelt es sich aber wirklich um einen Rückzug von Donald Trump und sind seine Äußerungen als ein Zeichen von Schwäche zu interpretieren? Es erscheint sehr plausibel, dass es sich hierbei um eine klassische Nebelkerze handelt, die die Aufmerksamkeit von Washingtons tatsächlichem Sieg ablenken soll. Berichte der New York Times deuten darauf hin, dass eine Vereinbarung zwischen den USA, der Nato, Dänemark und Grönland die Umsetzung eines Modells beinhalten könnte, das zuvor in den Beziehungen zwischen Großbritannien und Zypern angewendet wurde. Langfristig könnte ein solcher Schritt zu einer vollständigen Neugestaltung des Machtgleichgewichts in der Arktis führen, was eindeutig zum Vorteil der Vereinigten Staaten wäre."

"Die Anwendung dieses spezifischen Rechtsrahmens auf Grönland würde, sollte dies geschehen, weit über eine einfache Verlängerung der militärischen Pachtverträge hinausgehen. Die USA dürften versuchen, Enklaven zu errichten, über die sie die volle und ausschließliche Souveränität ausüben - beispielsweise um eine uneingeschränkte Mineralgewinnung zu ermöglichen oder für das fast 200 Milliarden US-Dollar teure "Golden Dome"-Projekt. Damit würden diese Gebiete sowohl der dänischen als auch der grönländischen Gerichtsbarkeit entzogen."

Der interessanteste Aspekt dieses Szenarios betreffe den Zugang zu Seltenen Erden. Es werde erwartet, dass die USA zeitnah mit der Förderung im Tanbreez-Vorkommen auf Grönland beginnen. "Seit Ende vergangenen Jahres wird dieses Projekt vom börsennotierten Unternehmen Critical Metals Corp. kontrolliert, das es von einem australischen Unternehmen erworben hat, das zuvor an diesem Standort nach Seltenen Erden gesucht hatte."

Noch aber verbiete das derzeitige grönländische Recht den Uranabbau effektiv. "Die Schaffung einer souveränen US-Basis, die dieses Gebiet umfasst, würde lokale Beschränkungen automatisch aufheben. Das US-Bundesrecht erlaubt nicht nur den Uranabbau, sondern erkennt ihn ausdrücklich als eine Frage der nationalen Sicherheit an", sagte Kostecki.

Die europäische Gemeinschaftswährung war am Donnerstagnachmittag etwas stärker: Ein Euro kostete 1,1695 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8551 Euro zu haben.

Der Goldpreis ließ leicht nach, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.828 US-Dollar gezahlt (-0,1 Prozent). Das entspricht einem Preis von 132,72 Euro pro Gramm.

Der Ölpreis sank unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 64,47 US-Dollar, das waren 77 Cent oder 1,2 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.

Foto: Frankfurter Börse, via dts Nachrichtenagentur

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