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Kryptowährungen: (Teil 3) Die Irrationalität nimmt zu!


Kommentar von Dr. Bernd Heim

Lieber Investor,

es gibt zu jeder Zeit Investments, die gerade gefragt sind. In Krisen sind es defensive Anlageformen wie Gold und Silber oder die Aktien der Versorger. In den letzten zwölf Monaten haussierten die Aktien der Banken und die Kryptowährungen, allen voran die Bitcoins. Die mit beiden Anlageformen verbundenen Unwägbarkeiten werden ebenso ignoriert wie die offensichtliche Substanzlosigkeit dieser Investments.

Inzwischen gibt es über 900 verschiedene Kryptowährungen. Dabei ist nicht einmal eine von ihnen so weit entwickelt, dass sie generell als Zahlungsmittel eingesetzt werden kann. Versuchen Sie einfach mal bei ihrem nächsten Restaurantbesuch oder beim Fahrkartenkauf am Schalter oder Automaten mit Bitcoins zu bezahlen.

Zweifel unangebracht

Der „Gegenwert“ der Kryptowährungen besteht in aufwendigen Rechenschritten. Diese sind prinzipiell nichts Besonderes und damit generell reproduzierbar. Worin besteht also der Wert eines Bitcoins und warum stiegt dieser über Nacht mal eben um etliche Dollar, wenn nur Computer und der sie betreibende elektrische Strom benötigt werden, um weitere Bitcoins zu erzeugen?

Bei den Bankaktien sieht es nicht viel anders aus. Auch hier reagieren die Anleger auf einige kosmetische Bilanzveränderungen mit einem Hype, der nicht gerechtfertigt ist. Allen ist bekannt, dass die Banken vor dem Hintergrund der tiefen Zinsen Probleme haben Gewinne zu erwirtschaften. Jeder weiß auch, dass viele Institute mit faulen Krediten zu kämpfen haben.

Weil aber die Banken ihre Ergebnisse optisch gut aussehen lassen, indem sie ihre Rückstellungen für ausfallgefährdete Kredite auf Basis prozyklisch schöngerechneter Ausfallraten auflösen, macht die Branche wieder „schöne Gewinne“, die anschließend die Aktienkurse kräftig steigen lassen.

Solange der Blick nur auf das Offensichtliche gelegt wird, ist die Welt für die meisten Anleger noch in bester Ordnung. Erst ein kritischer Blick hinter die Kulissen offenbart die Schwächen des Systems. Wird er wieder von einer größeren Anzahl Anleger vollzogen, können die Börsenampeln schnell wieder nicht nur auf Rot springen, sondern auch für eine längere Zeit in dieser Phase verharren.

Ein Beitrag von Dr. Bernd Heim.

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