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Wall Street: Obama? No!

Wall Street zu Obama: No, we can´t! Wall Street sagt „nein“ zu Obama. PPT zieht Kurse Freitagabend aber wieder hoch. Reisst das “Fiscal cliff“ die USA in den Abgrund? Brisante Marktechnik.

 

von Andreas Männicke

Obama hat die Präsidentschaftswahl gegen Romney klar gewonnen und die „Wall Street is not amused“: schon einen Tag nach der Wahl brach der Dow Jones Industrial Index um 300 Indexpunkte ein, was der größte Kurseinbruch seit Monaten war. Am Freitag wurde sogar die charttechnisch wichtige 12.800-Marke intraday durchbrochen, bis es zu einer kleinen Gegenbewegung kam. Die Wall Street ist von der Wiederwahl Obamas als US-Präsident und damit als Lenker der US-Wirtschaft (und Weltwirtschaft)  also weniger begeistert, denn die Wall Street sagt zu Obama „No, we can´t!.



Der Grund für die Verunsicherung ist das bevorstehende „fiscal cliff“, ein Begriff den Ben Bernanke erfunden hat. Gemeint sind damit hohe Steuerhöhungen und Ausgabenkürzungen, um die hohen Haushaltsbilanzdefizite von über 1 Billion USD (!) abzubauen. Zudem wird demnächst die US-Schuldengrenze von 16,23 Billionen USD wieder erreicht und muss vom US-Kongress wieder erhöht werden, sonst droht eine Haushaltssperre. Nicht Griechenland, die jetzt 13,5 Mrd. € im Haushalt einsparen wollen, um neue Kredite von der Troika zu bekommen, sondern die USA sind also in den nächsten Wochen in dem Fokus der Anleger. Obama muss auch entscheiden, wie er sich gegenüber Iran verhalten soll, nachdem Netanjahu schon einen Kriegsandrohung in der UN plastisch mit einer gezeichneten Atombombe und einer „roten Linie“ ausgesprochen hat.



Obama muss jetzt zunächst beim Haushalt die Republikaner auf seine Seite bringen, sonst droht ein Downgrade von den Ratingagenturen. Obama will die Kapitalgewinne höher besteuern, was der Wall Street nicht schmeckt, und den Republikanern auch nicht. Man darf gespannt sein, welche Kompromisse jetzt möglich werden. Im letzten Jahr gab es im Sommer  schon eine  ähnliche Situation, was im August dann auch zu einem Kurseinbruch an den Weltbörsen führte. Davor haben die Anleger auch jetzt wieder Angst, so dass sie Positionen vorsichtshalber glattstellen. Dabei handelt es sich aber auch um reine Gewinnmitnahmen. Schließlich stieg der DAX schon über 20% in diesem Jahr, so dass man trotz aller Turbulenzen von einem guten Börsenjahr ausgehen kann. Der DAX gab zuletzt auch kräftig von 7300 auf unter 7100 Indexpunkte nach. Aber auch die Ostbörsen gerieten in Mitleidenschaft. Russische Aktien gaben auch nach, obwohl sie sehr preiswert sind. Es deutet sich jetzt eine fundamental und marktechnisch brisante Situation an.

www.eaststock.de

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