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Gold: Trendwende im Herbst?

Edelmetalle haben sich im letzten Quartal fast halbiert.  Ausgelöst durch rekordhohe ETF-Abflüsse, eine bevorstehende Wende der US-Geldpolitik und steigende US-Realzinsen haben Gold und Silber den stärksten Quartalsverlust seit mehr als 40 Jahren erlitten. Trendwende im Herbst?

 

von Commerzbank Commodity Research

Der Goldpreis hat ausgelöst durch rekordhohe ETF-Abflüsse, eine bevorstehende Wende der US-Geldpolitik und steigende US-Realzinsen den stärksten Quartalsverlust seit mehr als 40 Jahren erlitten. Der Goldpreis sollte wieder steigen, sobald die Rückführung der Fed-Anleihekäufe eingepreist und der Großteil der verkaufswilligen ETF-Anleger ausgeschieden ist. Damit rechnen wir im Herbst dieses Jahres. Silber, welches sogar noch stärker verloren hat als Gold, sollte sich ebenfalls erholen. Platin und Palladium konnten der Schwäche bei Gold weitgehend trotzen. Angebotsrisiken und eine robuste Nachfrage halten die Preise auch weiterhin unterstützt.

Gold:

Nach einer Phase der Bodenbildung sollte der Goldpreis im Winterhalbjahr 2013/14 seinen in diesem Jahr unterbrochenen Aufwärtstrend wieder aufnehmen. Die Straffung der Geldpolitik in den USA sollte dann eingepreist sein und den Preis nicht mehr belasten, sofern die Rückführung der Anleihekäufe wie von uns erwartet graduell erfolgt. ETF-Anleger, welche Gold allein zum Zweck der kurzfristigen Gewinnmaximierung gekauft haben, sollten am Jahresende weitgehend ausgeschieden sein. Langfristig orientierte Goldanleger dürften das niedrigere Preisniveau dagegen nutzen, um Bestände aufzubauen bzw. aufzustocken, zumal die Realzinsen im historischen Vergleich weiterhin niedrig bleiben werden. Alles in allem erwarten wir, dass der Goldpreis bis Ende 2014 auf 1.600 USD je Feinunze steigt.
 
Silber: 

Auftrieb sollte der Preis von der von uns erwarteten Aufhellung der globalen Wirtschaft erhalten, die sich in einer anziehenden Industrienachfrage widerspiegeln sollte. Zudem steigt der Mehrwertsteuersatz auf Silbermünzen in Deutschland ab dem 1. Januar 2014 von 7% auf 19%, was gegen Ende des Jahres zu vorgezogenen Münzkäufen führen dürfte. Wir sehen im vierten Quartal einen durchschnittlichen Silberpreis von 21 USD je Feinunze. Im kommenden Jahr sollte Silber begünstigt durch die erwartete Erholung des Goldpreises auf durchschnittlich 25,5 USD je Feinunze steigen.

Platin/Palladium:

Der Fokus der Marktteilnehmer wird auf den potenziellen Angebotsrisiken aufgrund von Produktionsausfällen in Südafrika liegen. Die Investmentnachfrage hat – gemessen an den ETFs – seit Jahresbeginn bereits große Mengen Angebot absorbiert. Beide Märkte könnten daher angespannter sein als bisher vermutet. Für das vierte Quartal erwarten wir im Durchschnitt einen Platinpreis von 1.425 USD je Feinunze, Palladium sollte in dieser Zeit bei 700 USD je Feinunze notieren. Auch im kommenden Jahr sollte sich an der angespannten Marktlage wenig ändern. Platin sollte daher 2014 auf durchschnittlich 1.575 USD je Feinunze steigen, Palladium auf durchschnittlich 770 USD je Feinunze.

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