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Kein Bock auf Wahl

Wenige Monate vor den Wahlen entdecken die Parteien immer wieder die Wähler und entsenden ihre ehrenamtlichen Wahlkämpfer. Doch wie läuft der Wahlkampf vor Ort an?


Von Rebecca Bellano

Es ist gerade 9 Uhr morgens, doch die Sonne brennt bereits unbarmherzig vom Himmel auf den Marktplatz in Hamburg-Bramfeld. Joachim Körner, Hamburger Direktkandidat der neuen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD), baut gerade seinen Stand auf. Als sich neben ihm Wahlkämpfer der Partei „Die Linke“ hinstellen, grüßt er freundlich und meint, dass man in Sachen Euro-Rettung eine ähnliche ablehnende Haltung habe. Doch die verbindlichen Worte des 65-jährigen Mediziners, der bis zu seiner Rente im Bereich der Pharma-Forschung tätig war, treffen auf schroffe Ablehnung. „Wir haben nun wirklich nichts gemein“, wird er von dem ältesten der drei „Linke“-Wahlkämpfer angeraunzt. Auch er ist Mitte 60 und erstmals für „Die Linke“ im Wahlkampf unterwegs, zuvor war er viele Jahre SPD-Mitglied, doch der Frust über die Politik der Sozialdemokraten hat ihn ins Lager der Dunkelroten gespült.


Nur wenige Meter weiter steht die „Rentner Partei Deutschland“. Hier ist es richtig wuselig, denn der Hamburger Landesvorsitzende Dieter Balck kann sich über sieben Wahlhelfer im Seniorenalter freuen, die um ihn herumstehen. Balck spricht gerade eine junge Frau an und versucht ihr zu vermitteln, dass die „Rentner Partei Deutschland“ auch für sie die richtige Partei sei. „Die Alten sind die Jungen von Gestern und die Jungen sind die Alten von Morgen“, steht auf einem Flyer. Und Balck erklärt, dass seine Partei direkte und indirekte Rentenkürzungen zurücknehmen wolle, auch verspricht sie eine Mindestrente von 1200 Euro. Finanziert werden soll das über eine Bürgerrente, sprich alle Einkommen von Angestellten, Beamten, Selbstständigen, Arbeitslosen und Rentnern würden herangezogen werden. Auch auf Einkünfte aus Vermögen und aus Vermietung müssten Beiträge in die Bürgerrente entrichtet werden. Auf die Frage, wie seine Partei die künftige Finanzierung sicherstellen wolle, da die Gesellschaft altere, es immer weniger Berufstätige und mehr Alte gebe, wiederholt er seinen Satz mit der Bürgerrente. Der selbst im Ruhestand befindliche Balck ist ganz aufgekratzt und teilt mit, dass seine Partei bei der letzten EU-Wahl über 0,8 Prozent der Stimmen geholt habe. Daher sei man mit anderen Kleinparteien gegen die Fünf-Prozent-Hürde bei der EU-Wahl zu Felde gezogen. Diese Hürde diene nur den etablierten Parteien, Konkurrenten wie die „Rentner Partei Deutschland“ von der Macht fernzuhalten. Außerdem werde man von den Medien ignoriert, klagt einer von Balcks Mitstreitern.


Derweil hat auch die FDP ihren Stand aufgebaut, doch wegen der heißen Sonne verstecken sich die drei Wahlkämpfer unter ihren schützenden Sonnenschirm. Auf direkte Nachfrage, ob sie denn schon auf viele frustrierte FDP-Anhänger getroffen seien, schütteln sie den Kopf. Nein, sagt der örtliche Bezirksvorsitzende, er mache seit April Wahlkampf und bisher habe sich niemand beschwert. Zu der Frage, ob das ein eher gutes oder schlechtes Zeichen für die Partei ist, die im letzten Wahlkampf 14,6 Prozent der Stimmen geholt hat und selbst aus Sicht der drei Ehrenamtlichen bei der kommenden Bundestagswahl nur knapp über der Fünf-Prozent-Hürde landen dürfte, wollen sie sich nicht äußern. Ja, man sei halt der kleinere Partner bei der schwarz-gelben Koalition, wird der geringe Erfolg der FDP bei der Durchsetzung ihrer Interessen erklärt. Und bezüglich des Euro: Deutschland habe halt zwei Kriege verloren und der Euro sei die Widergutmachung, so der älteste der drei Liberalen. Das würde er jetzt aber nicht so sehen, meint sein Mitstreiter Alexander Müller auf Nachfrage. Der 29-jährige wissenschaftliche Assistent an der Hamburger Universität ist Kreisvorsitzender von Farmsen-Berne, äußert sich aber zur Euro-Rettungs-Politik seiner Partei nicht näher.


Körner von der AfD schüttelt auf die Begründung des älteren FDP-Mannes nur mit dem Kopf. Hätte die FDP das Euro-Thema zu ihrem gemacht, meint er, hätte die Partei mit ihren vorhandenen Netzwerken gut 35 Prozent der Stimmen holen können. Aus Protest gegen die Euro-Rettungs-Politik der etablierten Parteien hat sich nun die AfD gegründet und bietet den frustrierten Bürgern, die nicht mehr mit ansehen wollen, wie der deutsche Staat Milliarden über Milliarden in das gescheiterte Projekt der Gemeinschaftswährung zahlt, die Möglichkeit zum Protest. Doch irgendwie brennt die Sonne an diesem Tag den Marktbesuchern mehr auf den Kopf als das Euro-Thema auf ihren Nägeln. Unermüdlich verteilen Körner und seine Mitstreiter AfD-Flyer, doch viele wollen nur ihre Einkäufe erledigen und interessieren sich für keine der versammelten Parteien. Auch stellt Körner fest, dass die zumeist alten Marktbesucher gern zu einem Plausch anhalten, die wenigen jungen Passanten aber angeben, politisch nicht interessiert zu sein und von der AfD noch nie zuvor gehört zu haben.


24 Stunden später steht der SPD-Bundestagskandidat Metin Hakverdi auf einem von der Partei organisierten Kinderfest. Doch auch hier erreicht er nicht die Jugend. Die überwiegend türkischstämmigen und osteuropäischen Eltern mit Kindern stehen um die Hüpfburg herum, nur ein älterer Herr spricht mit dem Kandidaten, der auf seinem Wahlplakat dank Bildbearbeitung viel smarter aussieht als in der Realität. Zwischen 20 und 30 Personen sind vor Ort, für die SPD und ihre Ziele interessiert sich aber kaum einer. Jedes Engagement wirkt wie ein Tropfen im großen Meer. Doch da man trotz zahlreicher Studien noch nicht herausbekommen hat, was Wähler bei ihrer Stimmabgabe am meisten beeinflusst, kann man es auch positiv deuten: Was ist das Meer anderes als eine Ansammlung vieler kleiner Tropfen?

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