Entspannung der Syrien-Krise führt zu nennenswerten ETF-Abflüssen und belastet Gold. Die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verringerten sich gestern um 2,9 Tonnen, darunter die des weltgrößten Gold-ETF, SPDR Gold Trust, um 2,1 Tonnen.
von Commerzbank Commodity Research
Der Goldpreis ist angesichts der jüngsten Entspannungssignale in der Syrien-Krise (siehe oben) unter Druck geraten und am Morgen unter 1.380 USD je Feinunze gefallen. Der Preisrückgang geht erstmals seit einem Monat auch wieder mit nennenswerten Abflüssen aus den Gold-ETFs einher.
Die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verringerten sich gestern um 2,9 Tonnen, darunter die des weltgrößten Gold-ETF, SPDR Gold Trust, um 2,1 Tonnen. Offensichtlich reagieren die ETF-Anleger damit ebenfalls auf die nachlassenden geopolitischen Risiken hinsichtlich Syrien. Durch das Scheitern an der Marke von 1.400 USD steigt damit das Risiko, dass kurzfristig orientierte Finanzanleger Gewinne mitnehmen und sich von ihren zuletzt eingegangenen Long-Positionen trennen.
Die spekulativen Netto-Long-Positionen hatten in der vergangenen Woche ein 7-Monatshoch erreicht. Eine Reduktion der Fed-Anleihekäufe bereits nach der FOMC-Sitzung in der kommenden Woche ist ebenfalls nicht vom Tisch, was den Goldpreis zumindest kurzfristig belasten würde. Entspannungssignale gibt es aus Südafrika, dem sechstgrößten Goldminenproduzenten weltweit.
Dort haben sich die Goldminenunternehmen mit der größten Bergarbeitergewerkschaft NUM auf eine Lohnerhöhung von 8% geeinigt. Die in der NUM organisierten Arbeiter haben daraufhin die Arbeit wieder aufgenommen. Die radikalere Gewerkschaft AMCU lehnt das Angebot zwar ab, will aber zunächst noch nicht zu einem Streik aufrufen, sondern bis Ende September verhandeln.



