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Hugo Boss: Wer ist der ominöse „aktivistische Investor“? (Adidas, LafargeHolcim, Engie, Total, Pernod Ricard, Imerys, SGS, Umicore)

Liebe Leser,

wenn ein sogenannter „aktivistischer Investor“ auf den Plan tritt, sollten alle Aktionäre hellhörig werden. Denn dann dauert es erfahrungsgemäß nicht lange, bis ordentlich Feuer unterm Dach des betroffenen Unternehmens ist. Das kann von Vorteil sein, muss aber nicht. Droht dem kriselnden Modekonzern Hugo Boss ein ähnliches Szenario? Immerhin machte dieser Tage die Meldung die Runde, der belgische Investor Albert Frère sei mit ein paar Prozent bei Hugo Boss eingestiegen. Aber wer ist Albert Frère überhaupt? Und muss man ihn zurecht fürchten?

Kein Leichtgewicht

Offiziell ist Frère aus seiner Beteiligungsgesellschaft GBL vor zwei Jahren ausgeschieden. Der Mann ist immerhin 91 Jahre alt. Doch die mächtige Holding ist immer noch aktiv und bringt mit einem Marktkapitalisierungswert von 12,8 Mrd schon ein ordentliches Kampfgewicht auf die Waage. Das Privatvermögen von Frère wird auf 5 Mrd. Euro geschätzt. Damit dürfte er zu den reichsten Personen Europas zählen.

Sein Startkapital war das elterliche Geschäft, das er erbte und zu einem Handelshaus umformte. Mit den Überschüssen beteiligte er sich an der belgischen Stahlindustrie und erwirtschaftete sich ein kleines Vermögen. Er schaffte zum rechten Zeitpunkt den Absprung, bevor die Stahlkrise zuschlug. Ab diesem Zeitpunkt war er als Investor tätig, und dies nachweislich sehr erfolgreich.

Heute hält seine Holding GBL Beteiligungen an namhaften Firmen wie Adidas, LafargeHolcim, Engie, Total, Pernod Ricard, Imerys, SGS und Umicore. Frères übliche Masche sah dabei oftmals wie folgt aus. Er beteiligte sich an interessanten kleineren oder mittelständischen Unternehmen, die eines Tages von Großkonzernen geschluckt wurden. Im Tauschgeschäft erhielt er dann Aktienpakete an der neuen Muttergesellschaft. So lief das beispielsweise beim Ölkonzern Total.

Adidas als Vorbild?

Es ist richtig: Die GBL mischt sich in die Firmenpolitik der Unternehmen ein, an der sie sich beteiligt. Daraus macht man auch keinen Hehl. Aber anders als bei laut tönenden Konkurrenten laufen diese Dinge bei GBL wohl eher hinter verschlossenen Türen ab.

Ein interessantes Beispiel ist der Sportartikelhersteller Adidas. Als GBL dort 2015 einstieg, litt der Konzern noch unter den Folgen des schwachen Geschäftsjahres 2014. Was danach folgte, ist jetzt schon Legende. Die Aktie entwickelte sich zwei Jahre am Stück zum Highflyer im DAX. Wie viel Einfluss GBL auf diesen Höhenflug hatte, entzieht sich meiner Kenntnis. Doch die Anleger von Hugo Boss hoffen sicher inständig darauf, dass sich die damalige Erfolgsstory nun auch beim Modekonzern wiederholt.

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