Die Nachhaltigkeit dieser Krise fürdie US-Wirtschaft wird von vielen Anlegern und Analysten unterschätzt. Es wird für die Notenbank und Politik schwieriger, diestrukturellen Probleme der US-Wirtschaft, die schon seit vielen Jahrenvorhanden sind, durch niedrige Zinsen, Steuergeschenke und andereMaßnahmen zu kompensieren.
Die Zahl der Beschäftigten ohne Landwirtschaft (nonfarm payrolls) ist in den USA im Oktober um 190.000 zurückgegangen.Erwartet wurde hingegen ein Rückgang um 175.000 Stellen. Allerdingswurde der Vormonatsrückgang von zuvor -263.000 auf nun 219.000 nachunten revidiert. Der Abbau von Arbeitsplätzen geht zwar weiter zurück,aber eben langsamer als erwartet. Gleichzeitig ist dieArbeitslosenquote mit einem Wert von 10,2% jetzt auch auf über die10%-Marke gestiegen.
Dieses Ergebnis bestätigt dabei sehrschön die These, die ich hier in den letzten beiden Ausgaben desSteffens Daily beschrieben habe: Weder die ADP-Daten, noch dieErstanträge sind ein guter Indikator für die nonfarm payrolls.
Der Markt reagierte mit einemheftigen Intraday-Einbruch auf diese Nachricht, zumal dieamerikanischen Märkte gestern noch eine kleine Rallye hingelegt hatten.Doch mit der Eröffnung der US-Börsen stieg der Markt wieder an.
Die Gefahren der Arbeitslosigkeit
Das eigentliche Problem bei diesenZahlen ist, wie in früheren Ausgaben des Steffens Daily schonbeschrieben, dass der US-Arbeitsmarkt der Auslöser für einen zweitenEinbruch des Wirtschaftswachstums sein kann. Dazu noch einmal dieEntwicklung der nonfarm payrolls seit 1939.
Man sieht deutlich, dass es einenderart heftigen und anhaltenden Einbruch auf dem US-Arbeitsmarkt seitder Erhebung der Daten nicht gegeben hat. Bei einer Wirtschaft, dieextrem vom Binnenkonsum, also vom Kaufverhalten der Bürger abhängigist, wird sich ein derart massiver Arbeitsplatzabbau auf dasWirtschaftwachstum nachhaltig auswirken.
Bereits eingepreist?
Ich frage mich jedoch, ob dieserDouble Dip nicht vielleicht sogar durch die aktuelle Konsolidierungbereits eingepreist wird. Fängt also der Markt jetzt oder eventuelleine Ebene tiefer an, auf die Erholung im Anschluss eines Double Dipund damit auf die Liquidität und den Anlagenotstand der Anleger zusetzen? Schließlich bedeutet die heutige Veröffentlichung imUmkehrschluss eben auch, dass Zinserhöhungen unwahrscheinlicher werden.
Die Nachhaltigkeit der Krise
Egal wie man es interpretiert, ichbin nach wie vor der Meinung, dass die Nachhaltigkeit dieser Krise fürdie US-Wirtschaft von sehr vielen Anlegern und Analysten unterschätztwird. Es wird für die Notenbank und die Politik immer schwieriger, diestrukturellen Probleme der US-Wirtschaft, die schon seit vielen Jahrenvorhanden sind, durch niedrige Zinsen, Steuergeschenke und andereMaßnahmen zu kompensieren. Allerdings darf man diesen wirtschaftlichenAusblick nicht eins zu eins auf die Börsen übertragen. Keine Frage,irgendwann werden die Börsen darauf reagieren. Aber bis dahin kann auchdurchaus noch eine neue Blase entstehen. Der Markt spielt gerade einganz anderes Lied und da sollte man mitspielen, so lange dieses Spielgut geht.
Aber seien Sie jederzeit darauf gefasst, dass irgendwann plötzlich dieMusik ausgeht. Dann müssen Sie sehr schnell reagieren und Ihr Vermögenin Sicherheit bringen. Seien Sie dann nicht derjenige, der als Letztesnoch herumläuft und den Ausstieg sucht – denn dann haben Sie diesesSpiel verloren. Wie heißt es so schön: Der Letzte macht das Licht aus.
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