Berlin. Die Vorstandsvorsitzenden von VW und BMW, Martin Winterkorn
und Norbert Reithofer, erwarten von General Motors, die Krise
bei Opel aus eigener Kraft zu lösen. Winterkorn sagte in BILD
am SONNTAG zu der heftig umstrittenen GM-Entscheidung, Opel nicht
an Magna zu verkaufen: “Auch im Volkswagen-Konzern gibt es hier
und da Töchter, die nicht so funktionieren, wie wir es gerne
hätten. Aber dann gleich zu sagen, wir verkaufen die oder suchen
einen Investor oder bitten den Staat um Hilfe entspricht nicht
unserem Verständnis. Für mein Verständnis ist es klare Aufgabe
eines Mutterkonzerns, der Tochter zu helfen.“
Norbert Reithofer sagte in BILD am SONNTAG: “Es ist ein großes
Unternehmen, das hinter Opel steckt. Und es ist die Aufgabe des
Unternehmens, sich darum zu kümmern.“ Der BMW-Chef weiter: “Wir
leben in einer sozialen Marktwirtschaft - aber eben auch in einer
Marktwirtschaft. Unternehmen müssen sich in erster Linie im Wettbewerb
behaupten können. Diese Position habe ich in den vergangenen
Monaten vertreten und die halte ich auch weiterhin für richtig.“
Staatliche Hilfsprogramme wie die Abwrackprämie kritisierte der
BMW-Vorstandsvorsitzende scharf: “Die Abwrackprämie hat einem
Unternehmen wie BMW gar nicht geholfen. Wir mussten unser Wirtschaftsjahr
aus der eigenen Substanz heraus packen, eben ohne Rückenwind
dieser Programme.“ Reithofer betonte, “dass es da Unterschiede
gegeben hat, wer profitiert hat von den Programmen und wer es
aus eigener Kraft packen musste“.
Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG, Dieter Zetsche, sprach
in BILD am SONNTAG von einem verzerrten Wettbewerb durch die
Finanz-Hilfen: “In den letzten zwölf Monaten sind weltweit 90
Milliarden Euro von staatlicher Seite in die Automobilindustrie
gesteckt worden. Davon haben weder Herr Reithofer noch ich sonderlich
viel gesehen. Das heißt also: In dieser Größenordnung ist eine
Wettbewerbsbeeinflussung vorgenommen worden.“



