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Banken: Zinsmanipulation?

Die internationalen Untersuchungen gegen mehrere Großbanken wegen möglicher Zinsmanipulationen ziehen immer weitere Kreise. Auch Kanada prüft nun Verdacht bei mehreren Finanzinstituten.

 

Die Ermittlungen gegen mehrere Großbanken wegen möglicher Zinsmanipulationen ziehen immer weitere Kreise. Erst vor zwei Wochen verdächtigte die EU-Kommission mehrere bekannte europäische Kreditinstitute den Handel mit Zinspapieren manipuliert zu haben. Deshalb kam es bereits zu mehreren Durchsuchungen.

Nun ermitteln auch kanadische Behörden wegen des Vorwurfs der Zinsmanipulation. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, die Institute könnten sich bei der Festsetzung der japanischen Yen-Libor-Zinssätze unzulässig abgesprochen haben.

Laut einem Bericht des "Wall Street Journal" vom Dienstag sind viele internationale Großbanken betroffen, unter anderem die Deutsche Bank. Von dort gab es zu den Beschuldigungen jedoch keine Stellungnahme.

Die ZInsmanipulationen sollen sich im Bereich des Libor (London Interbank Offered Rate) abgespielt haben. Libor ist ein täglich festgelegter Referenzzinssatz im Interbanken-Geschäft. Er ist daher Grundlage für viele andere Finanzmarktgeschäfte.

Zuvor hatte bereits die EU-Kommission ein Verfahren eingeleitet, in dem untersucht werden sollte, inwiefern es im Zusammenhang mit dem Euribor, der als Referenzwert für den Euro-Zinssatz herangezogen wird, zu Manipulationen gekommen sei. Wie das “Wall Street Journal” berichtete, besteht der Verdacht, dass einige Banken ihre Zinssätze manipuliert haben. Bestätigt sich der Verdacht, müssen die darin verwickelten Institute mit Geldstrafen von bis zu zehn Prozent ihres Jahresumsatzes rechnen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Ermittlung der Referenzzinssätze in die Kritik gerät: im August 2011 verklagte der Finanzdienstleister Charles Schwab elf grosse Banken im Zusammenhang mit der Libor-Berechnung. Das Unternehmen bezichtigte unter anderem die Bank of America und JP Morgan Chase der Manipulation, so dass Anleger um Zinserträge geprellt würden. Dadurch die Banken "hunderte Millionen, wenn nicht Milliarden Dollar an nicht gerechtfertigten Gewinnen ein", wurde Charles Schwab damals von der Nachrichtenagentur Bloomberg zitiert.

Durch einen manipulierten Referenzzinssatz können die Banken ihre Kreditkosten zu niedrig ansetzen, entsprechend sinken die Zinsaufwendungen (und steigen die Margen) für die konstruierten Finanzprodukte. Der Londoner Vermögensverwalter Tim Price wurde mit den Worten zitiert: "Die Macht der Banker ist beunruhigend, sie hat etwas vom surrealistischen Albtraum aus dem Zauberer von Oz."

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