Wo ist das deutsche Gold, das überwiegend in US-Tresoren lagert? Ist es überhaupt noch da? In die Suche hat sich nun auch die BILD eingeschaltet. Leider vergeblich. - Bilanzrechtler: „Mindestens alle drei Jahre müssen Kontrollzählungen der Barren vorgenommen werden.“ Das hat die Bundesbank nicht getan.
Schon im November berichtete die BILD von einem "unglaublichen Gold-Skandal", der den Goldbugs schon lange bekannt ist. Wo ist eigentlich das deutsche Gold? Und wann wurden die Bestände zum letzten Mal kontrolliert? Die Deutsche Bundesbank hat angeblich 2007 zum letzten Mal einen Blick auf die Goldbestände in New York geworfen und damit sogar den Bundesrechnungshof alarmiert. Solche Kontrollintervalle sind zu lang.
Die Deutschen besitzen via Bundesbank über 3400 Tonnen Gold. Doch das Edelmetall lagert zum größten Teil im Ausland. Kritiker wähnen, dass das Gold schon längst weg ist. Und offenbar schaut die Bundesbank auch nicht so genau hin. Sie begnügt sich mit den Aussagen der Fed. Ein klarer Rechtsbruch, sagt Top-Bilanzrechtler Prof. Jörg Baetge zu BILD: „Mindestens alle drei Jahre müssen Kontrollzählungen der Barren vorgenommen werden.“ Das hat die Bundesbank nicht getan. Diese ist dazu verpflichtet, jedes Jahr nachzuzählen, ob das Gold noch vorhanden ist. Immerhin handelt es sich um einen Gegenwert von 147 Milliarden Euro.
Da die Sache wichtig ist und die Bundesbank offenbar schlampt, hat BILD die Sache jetzt selbst in die Hand genommen und wollte in New York im Tresor nachschauen, ob das Gold tatsächlich noch da ist. Mit dabei CDU-Außenexperte Philipp Mißfelder. Doch vor den Toren des Fed Tresors war Schluss. Eintritt verboten. Auch für deutsche Politiker.
Bundesbank mauert
Mißfelder verlangte von der Bundesbank die Liste der Goldbarren. Doch diese wurde nicht herausgerückt: „Ich war schockiert. Erst hieß es, es gebe keine Liste. Dann gab es doch Listen, die geheim seien. Dann sagte man mir, Nachfragen gefährden das Vertrauen zwischen Bundebank und Fed.“
Als die Bundesbank von den BILD-Recherchen zum deutschen Staatsgold erfährt, versucht Kommunikationschef Michael Best sogar, den Besuch des Abgeordneten und die Berichterstattung in BILD zu behindern: „Vor diesem Hintergrund bitte ich um Verständnis, dass die Bundesbank Ihr Besuchsanliegen (...) nicht weiter unterstützt.“
Mißfelder zu BILD: „Es kann nicht sein, dass beim Gold-Vermögen der Deutschen offenbar gegen geltendes Bilanzrecht verstoßen wird. Das ist ein Fall für das Parlament. Ich fordere eine klare Bestandsaufnahme.“
Schon seit Jahren macht die Bundesbank ein großes Geheimnis um die deutschen Goldreserven im Ausland und insbesondere in den USA. Kritiker mutmaßen, dass das Gold schon lange nicht mehr da ist oder die Barren gar mit Wolfram "ausgehärtet" wurden.



