Asmussen: "Man sollte daraus, dass wir zwei Mal Dreijahreskredite an die Banken ausgereicht haben, nicht schließen, dass wir es automatisch ein drittes oder viertes Mal tun“. - Nur leere Worte?
Die Vorbereitung eines Ausstiegs aus den Krisenmaßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) hat deren Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen gefordert. „Es ist noch zu früh, jetzt schon damit zu beginnen, aber wir müssen jetzt anfangen, den Exit sorgfältig vorzubereiten. Man sollte daraus, dass wir zwei Mal Dreijahreskredite an die Banken ausgereicht haben, nicht schließen, dass wir es automatisch ein drittes oder viertes Mal tun“, sagte Asmussen im Gespräch mit der Wochenzeitung DIE ZEIT. Der genaue Zeitpunkt hänge von der Entwicklung an den Finanzmärkten ab.
Die EZB hatte rund eine Billion Euro in den Markt gepumpt. In Deutschland hatte sich Bundesbankpräsident Jens Weidmann für eine Abkehr von der Politik des billigen Geldes ausgesprochen.
Asmussen forderte die EZB zur Geschlossenheit auf. „Man kann und muss über den richtigen Kurs streiten, denn wir haben es mit komplexen und teils neuen Problemen zu tun. Aber irgendwann muss man eine Entscheidung treffen und sie dann als Team geschlossen nach außen vertreten“, sagte er. Die Krise ist seiner Einschätzung nach noch nicht vorbei. „Die Märkte haben sich zwar seit Jahresbeginn beruhigt, aber wir wissen nicht, ob das eine trügerische Ruhe ist“, mahnte er. Die Zeit der Ruhe müsse für Reformen genutzt werden.
Beobachter glauben, dass die EZB sehr wohl noch mal Liquidtitätsspritzen zur Verfügung stellt, wenn dies erforderlch sein sollte. "Wenn die Banken Geld brauchen, dann kriegen sie es auch" sagte ein Beobachter aus Finanzkreisen. Die EZB wolle auf jeden Fall Pleiten in der europäsichen Bankenlandschaft verhindern, weil dies noch schlimmere Folgen für den Euro und das Finanzsystem habe.



