Das Euro-Theater geht in den finalen Akt. Die Politik-Schauspieler in Brüssel versuchen nach Kräften, das Publikum in die Irre zu leiten. Mit lautstarker Propaganda und Durchhalteparolen kann das Ende aber lediglich verzögert, jedoch nicht verhindert werden.
von Michael Mross
Das Euro-Theater gleicht einer Groteske, die in der Geschichte Ihresgleichen sucht. Dass die Kunstwährung nicht funktioniert, war von Anfang an klar. Dass niemand den Euro wollte, wurde von der Politik ignoriert. Nun sind die Probleme da und sie werden immer größer. Doch anstelle von Einsicht und Abwicklung treten Propaganda und Durchhalteparolen.
Nach drei Jahren Euro-Krise: was muss denn eigentlich noch passieren, bis jeder begreift, dass die Gemeinschaftswährung nicht funktioniert?
Jetzt, wo es überall im Gebälk knirscht und das Gemeinschaftswährungs-Kartenhaus zusammenbricht, werden die Durchhalteparolen lauter. Euro-Gruppenboss Juncker tönte unlängst, „der Euro wird uns alle überleben“. - Propaganda statt Fakten, das ist die Antwort der Politik auf die Krise. Lügen statt Wahrheit – wie will man damit den Euro retten?
Der griechische Ex-Finanzminister lässt im "Spiegel" unwidersprochen mitteilen, dass Hellas seine Kredite zurückzahlen wird. Das sagt einer aus einem Land, dem gerade mal über 50% der Schulden erlassen wurden. Angesichts solcher Aussagen kann man nur noch lachen.
Doch damit nicht genug. Die Junta in Brüssel will ihre Macht weiter ausweiten. Schon stehen die nächsten Kandidaten vor der Tür: Rumänien will 2014 den Euro einführen. Auch Bulgarien strebt den Euro an. Die Hausaufgaben seien angeblich gemacht. Der Balkan, ein Musterknabe im Euro-System? Dazu wird es hoffentlich nicht mehr kommen.
Mittlerweile explodieren die Rettungspakete. Eine Billion soll retten, was nicht mehr zu retten ist. Angesichts solcher Summen müsste eigentlich jeder begreifen, dass etwas nicht stimmt im Euro-Land.
Eines ist jetzt schon klar: Es wird nicht die letzte Billion sein, welche in das marode Euro-System gepumpt wird. Am Ende vergeblich. Und weil es nicht funktioniert, soll es nun mit Gewalt erzwungen werden. Demokratie? Fehlanzeige. Brüssel diktiert, die Parlamente winken durch. Letzte Fünkchen von Mitsprache werden beseitigt. Das Rederecht für Abweichler im Bundestag wird gekippt. Schöne neue Euro-Welt.
Wer sich die Bilanz der EZB und die Target-Salden der Bundesbank anschaut, dem müsste eigentlich schwarz vor Augen werden. Dass Europas Banken quasi wie in einem Selbstbedienungsladen eine Billion bei der EZB holten, ist ein Skandal, welcher in den Medien kaum gewürdigt wurde. Pleite gehen darf heute nur noch der Mittelstand. Pleitebanken dagegen werden vom Steuerzahler gerettet. Damit führt sich unser Wirtschaftssystem selbst ad absurdum.
Und nicht zu vergessen: Deutschlands zweitgrößte Bank, die Commerzbank, ist immer noch teilverstaatlicht und musste vom Steuerzahler gerettet werden. Warum wohl? Commerzbank Chef Martin Blessing hat das böse Wort „Währungsreform“ genauso bereits ausgesprochen wie Josef Ackermann von der Deutschen Bank. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Banken auf einen Bruch des Euros vorbereiten. Nur der deutsche Sparer hat davon noch nichts mitbekommen – er merkt es erst, wenn das Geld weg ist.
Dass sich Europas Pleitestaaten an den Ersparnissen der deutschen Bevölkerung bedienen via Bundesbank Target, ist ein zusätzlicher Skandal von ungeheurer Tragweite. Nur der Unwissenheit der Menschen und der Unfähigkeit des Wirtschaftsjournalismus ist es zu verdanken, dass der Mann auf der Straße sich noch in trügerischer Sicherheit wähnt. Doch sein Geld ist schon längst in der Südschiene versickert und damit schon jetzt verloren. Jedes Versprechen, dass hier irgendwas zurückgezahlt wird, ist nichts anderes als eine dreiste Lüge.
Demokratie wird ersetzt durch Vorgaben aus Brüssel. Nationale Parlamente sind nur noch Marionettentheater. Marktwirtschaft und Kapitalismus werden ersetzt durch Zentralorgane, Dirigismus, Planwirtschaft. Die Wahrheit weicht der Lüge. Wie so etwas endet, konnten wir am Zerfall der Sowjetunion erleben. Das gleiche Schicksal droht nun auch der Euro-Zone. Der finale Akt hat begonnen.



