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Gold gedrückt

Es überrascht, dass Gold nach wie vor nicht vom Anstieg der Risikoaversion und der wachsenden Unsicherheit profitiert, sondern heute Morgen weitgehend unverändert bei rund 1.650 USD je Feinunze handelt.

 

von Commerzbank Commodity Research

Die Staatsschuldenkrise in der Eurozone rückt wieder mehr und mehr in den Mittelpunkt des Marktinteresses. So sind die Renditen 10-jähriger spanischer Staatsanleihen gestern über die Marke von 6% gestiegen.

 

Da Griechenland, Irland und Portugal nicht weit von dieser Marke Finanzhilfen erhielten, wächst die Befürchtung, dass auch Spanien den Rettungsschirm in Anspruch nehmen muss. Auch könnte das Investoreninteresse für die bevorstehende Ausgabe neuer Schuldtitel geringer ausfallen, was die Stimmung zusätzlich belasten würde.

Am Wochenende steht zudem die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahlen an, bei der sich ein Machtwechsel andeuten könnte. Der Herausforderer Hollande hatte bereits angekündigt, den europäischen Fiskalpakt neu verhandeln zu wollen, was ebenfalls zu vermehrter Unsicherheit führen könnte.

Es überrascht daher, dass Gold nach wie vor nicht vom Anstieg der Risikoaversion und der wachsenden Unsicherheit profitiert, sondern heute Morgen weitgehend unverändert bei rund 1.650 USD je Feinunze handelt. Dies dürfte sich aber noch eine Zeit lang so fortsetzen, da der US-Dollar derzeit als sicherer Hafen profitiert und aufwertet und damit den Goldpreis belastet.

Für Unterstützung könnte allerdings die überraschende Zinssenkung in Indien sorgen, wodurch die bislang schwache Goldnachfrage im bis vor kurzem größten Goldkonsumentenland anziehen könnte. Mittel- bis langfristig sollte sich die Eigenschaft der wertstabilen Anlage durchsetzen und Gold seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen.

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