Trotz des eher schwachen Beschäftigungszuwachses sank die Arbeitslosenquote weiter von 8,2% auf 8,1%. Dies war aber lediglich darauf zurückzuführen, dass sich weniger Personen aktiv um eine Arbeitsstelle bemühten und somit aus der Arbeitslosenstatistik herausfielen.
von Postbank Research
In den USA sind im April 115 Tsd. Stellen neu geschaffen worden. Damit wurden die Erwartungen des Marktes von 160 Tsd. zusätzlichen Stellen klar verfehlt. Wir waren sogar davon ausgegangen, dass sich die Abschwächung im Vormonat als Ausreißer erweist und die USA zu einem Stellenzuwachs in der Größenordnung von 200 Tsd. zukehren könnten. Da ist es auch wenig tröstlich, dass die Beschäftigungszuwächse der beiden Vormonate um insgesamt 53 Tsd. nach oben korrigiert wurden. So wurden nach neueren Erkenntnissen im März 154 Tsd. - statt der zuvor gemeldeten 120 Tsd. - zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse begründet. Der Beschäftigungsaufbau fand erneut ausschließlich im privaten Sektor statt. Hier kamen 130 Tsd. Stellen hinzu, während die öffentliche Beschäftigung um 15 Tsd. zurückging. Innerhalb der Privatwirtschaft entstand das Gros der zusätzlichen Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor.
Trotz des eher schwachen Beschäftigungszuwachses sank die Arbeitslosenquote weiter von 8,2% auf 8,1%. Dies war aber lediglich darauf zurückzuführen, dass sich weniger Personen aktiv um eine Arbeitsstelle bemühten und somit aus der Arbeitslosenstatistik herausfielen. Allerdings hatte es hier zu Jahresbeginn auch eine entgegengesetzte Entwicklung gegeben, durch die die Zahl der sogenannten Erwerbspersonen (Erwerbstätige + Arbeitslose) kräftig gestiegen war. Der trendmäßige Rückgang der Arbeitslosenquote passt damit durchaus zum Beschäftigungswachstum der letzten Monate.
Die Beschäftigungsentwicklung in den USA war in den beiden letzten Monaten ganz klar enttäuschend. Der Aufwärtstrend ist zwar weiterhin intakt. Die Besserungstendenzen verlaufen aber für US-Verhältnisse quälend langsam. Die aktuelle Entwicklung erinnert an das Frühjahr 2011 als sich der zwischenzeitlich kräftige Beschäftigungsaufbau urplötzlich verlangsamte, um sich dann wenige Monate später wieder ebenso unerwartet zu beschleunigen. Auf der positiven Seite ist dabei noch festzuhalten, dass der Tempoverlust am Arbeitsmarkt aktuell nicht so stark ist wie im vergangenen Jahr.
Wirklich beruhigen wird dies die Politik in den USA aber nicht. Insbesondere dürfte die Fed jetzt wieder verstärkten Forderungen ausgesetzt sein, eine neue Runde des quantitative easing einzuläuten, um die Wirtschaft anzukurbeln.
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