Von Ihrem Hoch über 2,10 ist die Commerzbank-Aktie nun innerhalb kurzer Zeit wieder um mehr als 30% abgestürzt. Es sieht nicht gut aus - auch bei anderen Banken. Müssen bald alle Finanzhäuser verstaatlicht werden?
Die teilverstaatlichte Commerzbank ist wie viele andere Finanztitel ein Barometer der Euro-Krise. Die Formel lautet: sinkender Euro = sich zuspitzende Schuldenkrise = erhöhte Pleitegefahr bei Banken. Hinzu kommen nun auch charttechnische Faktoren, welche einen weiteren Abstieg der Commerzbank-Aktie nahelegen. Eine Erholung scheint jedenfalls derzeit in weite Ferne gerückt.
Nicht nur die Commerzbank, sondern die gesamte Bankenszene Europas, aber auch die in den USA befindet sich in ernsthafter Gefahr. Das ist deutlich an den Versicherungsprämien (CDS) für die Institute abzulesen, welche teilweise innerhalb von zwei Monaten um 50% gestiegen sind. Besonders drastisch sind die CDS-Aufschläge bei den PIGS-Banken. Eine erhöhte Pleite-Gefahr dort steigert natürlich auch das Risiko bei deutschen Banken.
Auch der Skandal um die Wettpositionen bei JPMorgan wirft ein trübes Licht auf die Finanzhäuser. Kaum eine Bank, die nicht auch irgendwelche unbewertbaren Leichen im Keller hat. So verwundert es nicht, dass auch die Deutsche Bank in den letzten Tagen starke Kurseeinbußen hinnehmen musste.
In die Problem-Gemengelage bei den Banken gesellen sich nun auch noch größere Regulation und die Forderung nach höherem Eigenkapital. Dies jedoch ist an den Finanzmärkten bei den Kursen kaum noch realisierbar. Damit sind die Geldhäuser in der Todesspirale.
Die Folge dürfte sein, dass deshalb in Kürze wieder mal der Staat einspringen muss. Manch ein Beobachter ist deshalb der Meinung, dass über kurz oder lang fast alle Banken verstaatlicht werden müssen, weil sie es alleine nicht mehr schaffen.



