Die deutschen Gasspeicher sind bedenklich leer. Das sagt nicht irgendwer, das sagt die Bundesnetzagentur. Der Füllstand liegt nur noch knapp über vierzig Prozent.
Von Meinrad Müller
Mitten im Winter, während die kältesten Wochen erst noch kommen, geht der Saft aus. Gas verschwindet täglich aus den Speichern, weil Millionen Haushalte heizen müssen, weil Betriebe Energie brauchen und weil dieses Land auf funktionierender Gasversorgung fußt.
Den Einkauf im Sommer verpennt
Das Bundeswirtschaftsministerium senkte am 30. April 2025 die Pflicht zum Füllen der Gasspeicher. Weniger Druck, weniger Gas. Deshalb kaufte der staatliche Energiekonzern SEFE, früher Gazprom Germania, im Sommer zu wenig ein. Das Ergebnis spüren wir Haushalte jetzt im Winter. Der Sommer wäre die Zeit gewesen, um Gas einzukaufen, unsere unterirdischen Großspeicher zu füllen und Reserven anzulegen. Genau das ist nicht passiert. Die Hoffnung lautete, dass der Winter wieder mild wird. Diese Hoffnung steht vielleicht im Parteiprogramm der Altparteien, sie steht aber nicht im Wetterbericht. Ideologie hat uns in diese Sch..... hineingeritten.
Frieren wird als hinnehmbar verkauft
Für die Menschen in den Wohnungen sind das körperliche Schmerzen. Kalte Räume machen krank. Alte Menschen frieren schneller. Kinder werden anfällig. Nächte werden unruhig, weil die Heizung kaum noch Wärme bringt.
Dabei existiert eine konkrete Alternative: Nord Stream II
Eine intakte Gasleitung in der Ostsee hat einen Namen. Sie heißt Nord Stream II. Ein Gasstrang von vieren ist unbeschädigt und könnte Gas liefern. Doch diese Leitung wird nicht genutzt, weil es politisch nicht passt. Nicht weil sie technisch unmöglich wäre, sondern weil das Gas aus Russland kommt. Die Gesundheit der Bürger zählt also weniger als politische Parolen.
Verschlafener Sommer, kalter Februar
Wenn die Speicher weiter fallen, wird zuerst gedrosselt und danach verteilt. Schwimmbäder schließen. Betriebe fahren die Produktion herunter. Arbeiter werden in Kurzarbeit geschickt und das Kurzarbeitergeld zahlt das Arbeitsamt, also wir alle. Wer glaubt, das bleibe folgenlos, unterschätzt, wie schnell Energieknappheit in den Alltag durchschlägt.
Wenn Gas fehlt, wird auch der Strom knapp
Gas heizt nicht nur Wohnungen, Gas erzeugt auch Strom. Je nach Jahr und Wetterlage stammt ein Großteil des deutschen Stroms aus Gaskraftwerken. Genau diese Kraftwerke springen ein, wenn Windräder stillstehen und Solaranlagen im Winter kaum liefern. Fehlt das Gas, fehlt diese Reserve.
Notvorrat statt warmer Reden
Wer keinen Kohle- oder Holzofen mehr im Haus hat, sollte sich nichts vormachen. Campingkocher und Gasflaschen sind keine Freizeitartikel, sie sind eine Absicherung. Niemand will Dosenravioli kalt essen, wenn Gas und Strom gleichzeitig fehlen.
Die Situation hat einen Geruch nach Kriegsnotlage. Friedenswinter 2025/2026 war wie ein Kriegswinter, werden die sagen, die ihn überleben.
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p



