Ein Gerücht mit erheblicher Sprengkraft kommt aus Kiew. Demnach sollen die USA und Russland über ein umfassendes wirtschaftliches Rahmenabkommen sprechen.
Von Meinrad Müller
Im Raum steht ein Deal mit einem Volumen von rund zwölf Billionen US Dollar. Sollte diese Zahl auch nur annähernd zutreffen, ginge es nicht um ein normales Handelsabkommen, sondern um einen massiven wirtschaftlichen Machtfaktor, der Märkte, Abhängigkeiten und die politische Landschaft neu ordnen würde.
Kaufleute statt Militärs
Nach vorliegenden Informationen soll ein entsprechendes Konzept in Washington diskutiert werden, allerdings nicht als offizieller Regierungsakt, sondern im Umfeld wirtschaftlicher Netzwerke. Große Deals werden im Stillen vorbereitet, bevor sie öffentlich werden.
Auffällig ist, dass an diesen Gesprächen offenbar keine Generäle oder Berufsdiplomaten beteiligt sind, sondern Kaufleute, für die Politik vor allem eine Frage von Rendite und Verlässlichkeit ist. Genannt werden Steve Witkoff und Jared Kushner, beide Milliardäre, beide keine Staatsbediensteten, beide geprägt von unternehmerischem Denken.
Trump denkt in Gewinnen
Dieser Ansatz passt zu Donald Trump. Seine Erfahrung als Kaufmann ist bekannt. Trump will Business machen, weil für ihn Millionen Gewinne besser sind als Millionen Tote. Kriege kosten Billionen, zerstören Märkte und fordern Menschenleben, die durch nichts zu rechtfertigen sind. Wer miteinander Geschäfte macht, schießt seltener, weil er etwas zu verlieren hat. Trump setzt auf Business, weil Interessen Wirtschaft und Frieden stabilisieren.
12 Billionen im Verhältnis zur US Verschuldung
Die Dimension dieses möglichen Deals wird erst im Vergleich deutlich. Die USA sind derzeit mit rund 38 Billionen US Dollar verschuldet. Zwölf Billionen entsprächen rund einem Viertel dieser Summe. Sollten solche Geschäfte anlaufen, würde das die Kreditwürdigkeit der USA erheblich stärken und zugleich den Dollar als Leitwährung langfristig stabilisieren.
EU Sanktionen verlieren ihre Wirkung
Für Europa hätte ein solcher Deal eine klare Folge. Die EU-Sanktionen würden an Bedeutung verlieren, sobald Washington wirtschaftlich verstärkt mit Russland kooperiert. Die großen Geschäfte liefen an Europa vorbei oder die Sanktionen würden stillschweigend ausgehöhlt. In beiden Fällen verlöre die EU Einfluss. Was übersehen wird ist, dass auch während des Krieges ein Viertel aller Uranlieferungen aus Russland kamen. So sind seit 2022 insgesamt 1.600–1.800 Tonnen angereichertes Uran in die USA importiert worden. Big Business geht also immer.
Anleger reagieren weit früher
Wann dieser Billionendeal Gestalt annimmt, wird man nicht zuerst aus Zeitungen erfahren. Die Finanzmärkte reagieren früher. Aktienkurse zeigen oft Monate im Voraus was sich abzeichnet, ein Blick auf die Börsenkurse ist ein ehrlicherer Hinweis.
Die Ukraine im Korruptionssumpf
Die Ukraine spielt in diesem Szenario keine Rolle, sondern ist ein Problemfall. Das Land versinkt seit Jahren im Korruptionssumpf. Internationale Berichte dokumentieren Vetternwirtschaft und Selbstbereicherung. Der Krieg hat diese Strukturen erleichtert. Ausnahmezustand bedeutet weniger Kontrolle und mehr Gelegenheit zum Taschentüllen.
Noch ist nichts entschieden. Noch ist vieles Spekulation. Doch wenn Kaufleute verhandeln, zählen Interessen mehr als Parolen. Und wenn wirtschaftliche Vernunft dazu beiträgt, einen Krieg zu beenden, dann ist auch Trump dem Friedensnobelpreis ein Stück näher.
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p



