Am 31. März 2026 griffen Milizen, die den Huthi nahestehen und vom Iran voll unterstützt werden, die Insel Perim in der Meerenge Bab-el-Mandeb zwischen Jemen und Djibouti an.
Von Meinrad Müller
Ihr Ziel: die Kontrolle über die wichtigste Ausfahrt für Öltanker aus dem Roten Meer. Zwei Meerengen entscheiden über unser Öl – rechts aus dem Persischen Golf und links aus dem Roten Meer. Seit Ende Februar 2026 hat der Iran die Straße von Hormus gesperrt. Jetzt droht auch die zweite Engstelle dichtgemacht zu werden. Das Öl steckt fest und der Preis schießt in die Höhe.

Die Insel Perim als Nadelöhr
Niemand kannte bislang Perim, das Eiland liegt genau im Nadelöhr der Route. Hier teilen sich die Fahrrinnen. Große Tanker müssen diese Passage passieren, einen anderen Weg gibt es nicht. Die Insel gehört zum Jemen und wird von Regierungstruppen gehalten, die von Saudi-Arabien unterstützt werden. Der Angriff der vom Iran verbündeten Huthi scheiterte zwar, doch die Lage bleibt brandgefährlich. Schon die bloße Drohung treibt die Versicherungsprämien für Tanker in die Höhe. Wer Perim kontrolliert, kontrolliert den Schiffsverkehr am Tor zum Roten Meer. Aus einem kleinen Stück Land mit 5 mal 3 Kilometer wird so ein mächtiger Hebel des Irans. Die Huthi drohen schon ganz offen: „Das Rote Meer wird zum Friedhof für Schiffe.“
Der Iran spielt Zwickmühle an beiden Meerengen
Erst fällt eine Route, dann die zweite. Genau so funktioniert eine Zwickmühle. Saudi-Arabien pumpt bereits große Mengen Öl von Ost nach West durch eine Pipeline zum Hafen Yanbu am Roten Meer, bis zu fünf Millionen Barrel pro Tag. Die vollbeladenen Supertanker müssen nach Süden durch die Meerenge Bab-el-Mandeb zwischen Jemen und Djibouti, um aus dem Roten Meer herauszukommen. Nur kleinere Tanker können nach Norden ausweichen und den Suezkanal nehmen. Wird auch dieser Weg unsicher, bleibt das Öl blockiert. Durch diese Passage laufen zehn bis zwölf Prozent des gesamten Welthandels.
Die Preise explodieren – und der Bürger zahlt
Die Märkte reagieren panisch. WTI-Rohöl liegt bereits über 113 Dollar, Brent bei über 109 Dollar und war zeitweise sogar bei 116. Der März 2026 brachte einen der stärksten Monatsanstiege seit 1988 – über 55 bis 60 Prozent Plus. Wenn der Bab-el-Mandeb ernsthaft gestört wird, rechnen Experten mit weiteren 20 bis 30 Dollar drauf. 150 Dollar pro Barrel sind dann realistisch, 200 Dollar nicht ausgeschlossen. Ölkonzerne und Spekulanten kassieren – der normale Bürger schaut in die Röhre.
Benzin und Diesel steuern Richtung drei Euro und mehr.
Heizkosten im nächsten Winter werden zum Albtraum. Lebensmittel werden teurer, weil alles transportiert werden muss. Strompreise ziehen mit. Das Ersparte verliert an Wert, die Inflation frisst die Kaufkraft auf.
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