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US-Blockade von Hormus: Du kommst hier nicht durch.

Die USA stoppen alle Schiffe aus dem Iran, andere fahren weiter durch die Straße von Hormus. Die Blockade trifft gezielt Teheran und lässt den Welthandel laufen.

Von Meinrad Müller

Amerikanische Muskelspiele

Seit dem 13.4.26 steht vor der wichtigsten Ölroute der Welt ein Türsteher, wie man ihn aus Berliner Nächten kennt. Bärtige Muskelmänner vor der Disco, breite Schultern, verschränkte Arme, ein Blick, der jede Diskussion im Keim erstickt. Du kommst rein, du nicht, der eine wird durchgewunken. Manchmal hilft eine kleine Zuwendung, sagen wir 100 Euro, und plötzlich geht die Absperrkette zur Seite.

Genau dieses Spiel läuft jetzt in der Straße von Hormus.

Die USA entscheiden, welches Schiff passieren darf und welches nicht, und wer aus einem iranischen Hafen kommt oder dorthin will, bleibt stehen. Ziel ist klar: Irans Einnahmen aus dem Ölverkauf sollen versiegen, der Druck auf Teheran soll steigen. Es geht nicht um Symbolpolitik, sondern um harte wirtschaftliche Wirkung.

Viele denken, kein Schiff kommt mehr durch

Das stimmt nicht. Die Blockade ist präzise gesetzt, denn Schiffe aus Saudi-Arabien, den Emiraten oder Katar fahren weiter durch die Meerenge und halten den globalen Ölfluss in Bewegung. Washington will keinen Stillstand, sondern gezielten Druck auf Iran, während die Weltwirtschaft weiterlaufen soll.

Warum der chinesische Tanker durchkam

Der Tanker Rich Starry näherte sich am 13.4.26 der Meerenge, drehte kurz vor der Einfahrt wieder ab und setzte seine Fahrt wenig später fort. Das Schiff kam aus dem Hafen Sharjah in den Vereinigten Arabischen Emiraten und hatte Methanol geladen, kein iranisches Öl. Genau deshalb durfte es passieren. Dieses Hin und Her zeigt, wie angespannt die Lage ist.

Was das für Ölpreis und Politik bedeutet

Trotz Blockade fällt der Ölpreis unter 100 Dollar, weil der Markt auf Gespräche setzt. Trump sagt offen, Iran wolle einen Deal, und gleichzeitig vermeiden die USA einen offenen Konflikt mit China, dem bislang größten Importeur iranischen Öls. China kann von Saudi-Arabien und allen Golfstaaten Öl beziehen. Auch mit Blick auf ein geplantes Treffen mit Xi in wenigen Wochen, will man China nicht zu sehr auf die Zehen treten. Eine Eskalation auf See würde diese Gespräche gefährden.

Die Blockade ist kein Vorschlaghammer, sondern ein präzises Werkzeug, das Iran trifft und den Rest der Welt weiterfahren lässt. Genau so wird heute Macht ausgeübt, sichtbar für jeden, der genau hinschaut.

Warum Trump nicht schon früher auf diese Idee kam?

Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p

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