Die Digitalradio-Lobby will UKW 2018 abschalten. Folge: Schätzungsweise 200 Millionen Radios können weggeworfen werden. Die Bürger sollen nicht befragt werden. Digitalradio-Boss: "Wenn du den Sumpf trocken legen willst, darfst du nicht die Frösche fragen".
Hunderte Millionen Radios empfangen UKW. Die meisten Menschen sind mit der Klangqualität durchaus zufrieden. Doch das passt dem Digitalradio-Konsortium nicht. Die digitale Lobby hat es sich zum Ziel gesetzt, UKW auszulöschen und brachte erneut einen Abschalttermin für analogen Hörfunk ins Gespräch: Im Jahr 2018 soll nach einer Forderung von privaten Digitalsendern Schluss sein mit UKW. Folge: Geschätzte 200 Millionen Radios können weggeworfen werden, weil sie digital nicht empfangen können. Jeder, der dann noch guten Sound will, muss sich einen neuen Empfänger kaufen. Es winkt ein Millardengeschäft für die Elektronik-Industrie.
Die Hörer werden selbstverständlich nicht gefragt, ob sie das überhaupt wollen. Für die meisten Menschen reicht die Klangqualität per UKW völlig aus. Hinzu kommt, dass die neuen Wellen keine so große Reichweite haben und schon hinter Mauern kaum noch empfangbar sind.
Das alles ficht die Digital-Lobby natürlich nicht an. Und die Kunden werden auch nicht gefragt. Der Geschäftsführer der DRD Digitalradio Deutschland GmbH, Willi Schreiner, sprach sich in einem Interview mit dem Mediendienst Text intern für das Auslaufdatum 2018 aus. Dies könne Planungssicherheit für Industrie, Handel und die Programmveranstalter schaffen, sagte Schreiner. Es gelte der alte Spruch: "Wenn du den Sumpf trocken legen willst, darfst du nicht die Frösche fragen", wird Schreiner bei Text intern zitiert. Genau diejenigen, bei denen es über UKW gut laufe, würden aber momentan gefragt.
In der DRD Digitalradio Deutschland GmbH haben sich die meisten privaten bundesweiten DAB+ Anbieter zusammengeschlossen.



