Was tun mit seinem Geld? Tagesgeld in Fremdwährung: Hohe Zinsen, wenig Sicherheit. Selbst die Top-Angebote im Tagesgeld Vergleich können derzeit nicht einmal mehr die Inflation ausgleichen.
Bereits seit einigen Monaten liegt der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) auf einem historisch niedrigen Niveau. Lediglich 0,5 Prozent Zinsen müssen die Geschäftsbanken derzeit bezahlen, um sich bei den Notenbanken Geld zu leihen. Auf die Ersparnisse von Privatanlegern sind die Institute folglich kaum noch angewiesen. Aus diesem Grund befinden sich die Renditen für Zinsanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld seit geraumer Zeit auf einem kontinuierlichen Sinkflug. Zudem kündigte EZB-Präsident Mario Draghi im Anschluss an die letzte Ratssitzung an, den Leitzins über einen längeren Zeitraum hinweg nicht über den aktuellen Stand anheben zu wollen – oder ihn sogar noch weiter abzusenken.
Fremdwährungskonto als Alternative zum klassischen Tagesgeldkonto
Sparer, die ihr Geld vorzugsweise in sichere und flexible Kapitalanlagen wie Tagesgeld investieren, bleiben angesichts dieser düsteren Aussichten oft ratlos zurück. Selbst die Top-Angebote im Tagesgeld Vergleich können derzeit nicht einmal mehr die Inflation ausgleichen. Zudem drohen ständig weitere Zinssenkungen.
Auf der Suche nach Alternativen stoßen Anleger immer häufiger auf sogenannte Fremdwährungskonten. Diese verfolgen das Ziel, die Zinsunterschiede der verschiedenen Länder auszunutzen, und auf diese Weise höhere Renditen zu erzielen. So liegt beispielsweise der ungarische Leitzins derzeit bei 4,25 Prozent. Werden die Ersparnisse in der Landeswährung Forint angelegt, hat dies natürlich entsprechend höhere Sparzinsen zur Folge. Auch Anlagen in der südafrikanischen Währung Rand werden derzeit stark nachgefragt – hier liegt der Leitzins aktuell bei 5,00 Prozent. Genau wie beim klassischen Tagesgeldkonto sind die Ersparnisse in der Regel auch beim Fremdwährungskonto täglich und in voller Höhe verfügbar.
Tagesgeld in Fremdwährung birgt einige Risiken
Der gravierende Nachteil an Fremdwährungskonten ist allerdings, dass Sparer enorm an Sicherheit einbüßen. Denn auch wenn die Zinsen in anderen Ländern deutlich besser ausfallen, muss das nicht automatisch für den aktuellen Wechselkurs gelten. So kann ein schlechter Devisenkurs einen Großteil der Rendite wieder zunichtemachen, wenn die Ersparnisse auf ein deutsches Konto zurücküberwiesen werden. Die Währung Rand ist beispielsweise stark von den Rohstoffexporten Südafrikas abhängig und unterliegt in Folge dessen kontinuierlichen – und mitunter auch starken – Kursschwankungen. Auch generell gilt die Regel, dass das Wechselkursrisiko mit den Zinsen im jeweiligen Land steigt.
Eine täglich verfügbare Anlage in Fremdwährung ist somit deutlich unflexibler als das klassische Tagesgeldkonto in Eurowährung. Sparer müssen stets einen günstigen Wechselkurs abwarten, bevor sie ihre Ersparnisse abziehen können – oder enorme Verluste in Kauf nehmen. Ein Fremdwährungskonto eignet sich folglich nur für erfahrene und chancenorientierte Anleger, die sich über mögliche Wartezeiten und das bestehende Verlustrisiko im Klaren sind.
Das Tagesgeldkonto in Euro-Währung bietet die höchste Sicherheit
Sicherheitsbewusste Anleger fahren mit dem klassischen Tagesgeldkonto dagegen nach wie vor besser. Hier ist es jedoch wichtig, nicht auf das erstbeste Angebot zurückzugreifen, sondern im Vorfeld die Konditionen der Anbieter zu vergleichen. Während einige Banken Tagesgeldzinsen von unter einem Prozent anbieten, erhalten Anleger bei anderen Instituten aktuell immerhin bis zu 1,5 Prozent jährliche Verzinsungen.
Darüber hinaus bieten viele Tagesgeldbanken ihren Kunden eine Zinsgarantie. Das bedeutet, dass die Zinsen über einen bestimmten Zeitraum hinweg garantiert unverändert bleiben. Auch nach einer erneuten Leitzinssenkung dürfen die Institute keine Anpassungen vornehmen. Bei einigen Banken gilt die Zinsgarantie für Neukunden sogar bis zu zwölf Monate. Auf diese Weise können sich Sparer vor weiteren möglichen Zinssenkungen schützen und die aktuelle Niedrigzinsphase bestmöglich und ohne große Inflationsverluste überstehen.



