Gold / Sislber Preissprung: Angesichts anhaltender ETF-Abflüsse ist es noch zu früh, dies als nachhaltige Trendumkehr zu bezeichnen. Darüber hinaus hat die indische Zentralbank gestern Abend weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Goldimporte bekannt gegeben.
von Commerzbank Commodity Research
Der Goldpreis gibt heute Morgen zum Handelsauftakt einen Teil seiner Gewinne von gestern wieder ab. Gestern stieg dieser in der Spitze um über 40 USD bzw. 3,4% und erreichte mit 1.340 USD je Feinunze den höchsten Stand seit mehr als vier Wochen. Auf Schlusskursbasis verzeichnete Gold den größten prozentualen Tagesgewinn seit Anfang Juni 2012.
Das Überschreiten der Marke von 1.300 USD führte offensichtlich zur Eindeckung von Short-Positionen, die den Preisanstieg noch verstärkten. Angesichts anhaltender ETF-Abflüsse ist es unseres Erachtens allerdings noch zu früh, dies als nachhaltige Trendumkehr zu bezeichnen. Darüber hinaus hat die indische Zentralbank gestern Abend weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Goldimporte bekannt gegeben, die die Nachfrage im bislang weltgrößten Goldkonsumentenland nochmals dämpfen dürften. So werden unter anderem die Importe künftig an die Exporte geknüpft.
Zum Beispiel müssen 20% der importierten Menge in Form von Schmuck wieder reexportiert werden. Auch darf Gold nur noch an die Schmuckindustrie verkauft werden und die Importeure müssen Gold in Lagerhäusern vorhalten. Der Verband der indischen Schmuckhändler schätzt, dass die Goldeinfuhren im zweiten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 63% auf 175 Tonnen einbrechen dürften. Dies ist unseres Erachtens eine sehr pessimistische Einschätzung und dient wohl eher dazu, die indische Zentralbank und Regierung dazu zu bewegen, die Restriktionen zu lockern.



