Kali-Crash: K+S stürzen ins Bodenlose. Kalipreise drohen weiter zu fallen weil russisches Kartell zerbröselt. K+S bald ausgedüngt? - Hedgefonds sind short.
Die Aussicht auf fallende Kalipreise hat K+S am Dienstag abstürzen lassen. Die Aktien des Düngemittelproduzenten rauschten um mehr als über 26 Prozent auf bis zu 19 Euro in den Keller, den niedrigsten Stand seit August 2007. Auslöser des Kursrutsches ist die Entscheidung des Mitbewerbers Uralkali, die Handelskonsortium BPC zu verlassen. Damit könnten die Kali-Preise weiter sinken, was für K+S exitstenzbedrohend werden könnte.
Dies Entscheidung von Uralkali könnte die Kalipreise im zweiten Halbjahr unter 300 Dollar je Tonne fallen lassen - von derzeit rund 400 Dollar pro Tonne. "Sollten die Kalipreise tatsächlich so stark fallen, bedeutet das einen Riesenverlust auf die Kalibestände", sagte ein Börsianer. "Für K+S ist das eine Katastrophe, die Aktien will jetzt erst einmal keiner mehr haben." Laut Commerzbank-Analyst Lutz Grüten führt ein einprozentiger Preisrückgang beim Weltkalipreis zu einer zweiprozentigen Verringerung des operativen Gewinns bei K+S.
Verschärft wird der Kursabsturz aber offenbar durch gezielte Wetten von Hedgefonds und anderen spekulativen Investoren. Große US-Investoren stünden massiv auf der Verkäuferseite, heißt es im Handel. Laut offiziellen Statistiken ist der Anteil der K+S-Aktien, die derzeit verliehen sind, in den vergangenen Wochen kräftig gestiegen. Das ist ein klares Indiz dafür, dass die Spekulanten mit hohen Mitteln auf weiter fallende Kurse bei K+S setzen. Nach der heutigen Warnung von Uralkali dürften bei ihnen die Sektkorken knallen.



