Lieber Leser,
nicht gut aufeinander zu sprechen sind momentan Airbus und Österreich. Die Alpenrepublik fühlt sich hinsichtlich des Kaufpreises der Eurofighter-Jets „arglistig und in betrügerischer Absicht getäuscht“ und hat den Flugzeugbauer nun vor den Kadi gezerrt.
Strafanzeige und hohe Schadensersatzforderungen
Zum einen erstattetet das österreichische Verteidigungsministerium Strafanzeige gegen Airbus. Überdies schloss sich die Republik Österreich dem Strafverfahren als Privatbeteiligter an und fordert Schadensersatz von mindestens 183 Mio. bis 1,1 Mrd. Euro. Airbus wies die Vorwürfe in aller Deutlichkeit zurück und erachtet die Unterstellungen als konstruiert und völlig abwegig.
Kein Grund zur Panik
In der Tat liest sich die Klagebegründung reichlich abenteuerlich, weswegen der Aktienkurs auch kaum auf die Nachricht reagierte. Überdies hat Österreich bereits zu diesem außerordentlich frühen Zeitpunkt des Verfahrens seine Vergleichsbereitschaft signalisiert. So richtig überzeugt scheint das Land von der Klage wohl selbst nicht zu sein. Wenn überhaupt dürfte es zu einem Vergleich im Bereich eines unteren bis maximal mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag kommen, den Airbus aus der sprichwörtlichen Portokasse bezahlen kann. Obwohl die Europäer zuletzt Marktanteile an Boeing verloren haben, bleibt die Airbus-Aktie angesichts des stetig steigenden weltweiten Bedarfs an Flugzeugen für langfristig orientierte Anleger ein aussichtsreiches Investment.



