Merkel kritisiert Äußerungen von Bundesbank-Vorstand Sarrazin als “dumm und nicht weiterführend“. Kanzlerin: Nationalmannschaft hat Vorbildfunktion bei Integration. Spieler sollen Hymne singen.
Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Bundesbank-Vorstand
Thilo Sarrazin wegen dessen jüngster Äußerungen über Migranten
scharf kritisiert. Sarrazin hatte die Behauptung aufgestellt,
die Migranten machten Deutschland “dümmer“. Im Interview mit
BILD am SONNTAG sagte Merkel: “Solche schlichten Pauschalurteile
sind dumm und nicht weiterführend. Es ist zwar richtig, dass
die Bildungsabschlüsse von Schülern mit Migrationshintergrund
verbessert werden müssen und der wichtigste Schlüssel dabei die
Beherrschung der deutschen Sprache ist, aber wenn wir genau das
fördern und fordern, dann haben diejenigen, die zu uns kommen
und in unserem Land leben wollen, große Chancen und bereichern
uns alle.“
Dem Fußball sprach Merkel eine große Bedeutung für die Integrationskraft
von Migranten zu. So bilde die Nationalmannschaft “eine gesellschaftliche
Tatsache“ ab: “Zuwanderer und ihre Kinder und Enkel haben einen
größer werdenden Anteil in unserer Gesellschaft. Erfolgreiche
Sportler und gerade unsere Fußballer können Vorbilder sein, wenn
es um gelungene Integration von Migrantinnen und Migranten in
unserer Gesellschaft geht.“
Zugleich forderte Merkel die deutschen Spieler auf, bei der WM
in Südafrika das Deutschland-Lied zu singen: “Ich freue mich
über jeden Nationalspieler, der die Nationalhymne singt.“



