Gold und Silber mit stärksten Preisrückgängen seit September 2011. Auslöser für den Preisrutsch, der durch das Unterschreiten von technischen Marken noch verstärkt wurde, war die halbjährliche Anhörung vom Fed-Vorsitzenden Ben Bernanke vor dem US-Kongress.
von Commerzbank Commodity Research
Vor allem Gold und Silber standen gestern massiv unter Druck und wurden auf Talfahrt geschickt. In US-Dollar ausgedrückt verlor Gold zeitweise 5,7% bzw. mehr als 100 USD und rutschte kurzzeitig unter die Marke von 1.700 USD je Feinunze. In Euro gerechnet gab das gelbe Edelmetall um 4,7% nach. Noch stärker wurde Silber gestern verkauft: Der Preis fiel in der Spitze um 9% auf 34 USD je Feinunze.
In allen Fällen war dies der höchste Tagesverlust seit Ende September. Auslöser für den Preisrutsch, der durch das Unterschreiten von technischen Marken noch verstärkt wurde, war die halbjährliche Anhörung vom Fed-Vorsitzenden Ben Bernanke vor dem US-Kongress. Denn Bernanke dämpfte die Erwartungen hinsichtlich einer weiteren Runde quantitativer Lockerung („QE3“) und äußerte sich positiv zum US-Arbeitsmarkt, was den US-Dollar aufwerten ließ.
Der im Vorfeld viel diskutierte 3-Jahres-Tender der EZB fand dagegen am Markt nur kurz Beachtung. Die EZB stellte den europäischen Banken gestern nochmals rund 530 Mrd. Euro zur Verfügung. Dieses Volumen entsprach in etwa den Erwartungen. Die Preisentwicklung gestern macht deutlich, dass der Preisanstieg zuvor überwiegend spekulativ getrieben war. Die eher langfristig orientierten ETF-Investoren haben dagegen die Gunst der Stunde genutzt und kräftig zugekauft: Der weltweit größte Gold-ETF, SPDR Gold Trust, verzeichnete gestern Zuflüsse von 9 Tonnen. Wir erachten den Preisverfall als nicht nachhaltig und gehen von einer baldigen Wiederaufnahme des Aufwärtstrends auf.



