Verwirrung über angebliche Aufstockung der britischen Goldreserven. Bislang haben „nur“ Zentralbanken aus Schwellenländern ihre Goldreserven aufgestockt. Für die Zukunft können ist es jedoch durchaus vorstellbar, dass auch westliche Zentralbanken Gold kaufen.
von Commerzbank Commodity Research
Gestern gab es erneut Gerüchte, dass eine westliche Zentralbank ihre Goldreserven aufgestockt hat bzw. dies vorhaben könnte. Der britische Schatzkanzler Osborne sagte während einer Rede, dass Großbritannien die Gelegenheit nutzen und seine Goldreserven wieder aufbauen werde, die auf ein historisch niedriges Niveau gefallen seien.
Der Wert der aktuellen britischen Goldreserven sei zudem auf 11 Mrd. GBP gestiegen. Die Wertsteigerung der Goldreserven ist allerdings ausschließlich auf Preiseffekte zurückzuführen. Gemäß Daten des World Gold Council (WGC) hortete Großbritannien per Januar 310,3 Tonnen Gold. Legt man einen Goldpreis von 1.100 GBP je Feinunze zugrunde, ergibt sich der Wert von 11 Mrd. GBP, den Osborne erwähnte.
Aus den Statistiken des WGC geht zudem hervor, dass das Vereinigte Königreich im letzten Jahr kein Gold gekauft hat. Der Markt zeigte sich von den Aussagen Osbornes denn auch unbeeindruckt und schien diesen keinen Glauben zu schenken – zu recht, wie sich kurze Zeit später herausstellen sollte.
Das britische Finanzministerium relativierte wenig später Osbornes Aussagen und vermeldete, dass es keine Pläne zur Aufstockung der Goldreserven geben würde. Bereits Ende Februar sorgte eine Meldung des IWF für Verwirrung, wonach Schweden im Januar große Mengen an Gold gekauft hätte. Diese wurde umgehend von der schwedischen Zentralbank dementiert und vom IWF später korrigiert. Bislang haben „nur“ Zentralbanken aus Schwellenländern ihre Goldreserven aufgestockt. Für die Zukunft können wir uns jedoch durchaus vorstellen, dass auch westliche Zentralbanken Gold kaufen.



