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Der Euro zerstört Europa

US-Ökonom James Galbraith warnt vor einer Verschärfung der Eurokrise mit bleibenden Schäden. "Europa droht eine Explosion der Ungleichheit". Mit der aktuellen Krisenstrategie werde die Eurozonen-Peripherie kollabieren. Forderung nach gemeinsamen Europäischen Pensionsfonds um die Krise zu lösen.


Der renommierte US-Ökonom James Galbraith hat davor gewarnt, dass sich die Eurokrise noch verschärft. „Die Eurokrise wird zu einer Explosion der Ungleichheit innerhalb Europas führen“, sagte der Professor an der University of Texas in Austin der
Financial Times. Mit der aktuellen Krisenstrategie werde die Eurozonen-Peripherie kollabieren. Galbraith fordert unter anderem einen gemeinsamen Europäischen Pensionsfonds um die Krise zu lösen.

Der 60-Jährige gilt als Querdenker und genießt vor allem in den USA als Sohn des berühmten Ökonomen John Kenneth Galbraith große Bekanntheit. Bei der Konferenz des Institute for New Economic Thinking (INET) am Wochenende in Berlin zeigte er sich besorgt über die Lage in Europa. „Das europäische Versprechen war immer, dass ein Aufholprozess innerhalb der Eurozone stattfindet: Arme Länder sollten mit der Zeit mehr Wohlstand erlangen und zu den reicheren Ländern aufschließen – die ärmeren sollten dafür über eine gewisse Zeit mehr Wachstum haben als die reicheren“, sagte Galbraith.

Das Gegenteil sei nun der Fall. „Die Krise führt zu einem wirklich dramatischen Anstieg der Ungleichheit innerhalb der Eurozone einerseits und innerhalb der Mitgliedsländer andererseits“, so Galbraith. Einzelne Volkswirtschaften würden geradezu zerstört durch die derzeitige Krisenstrategie, die einzig auf Sparprogramme ausgerichtet sei.

„Die Folge wird eine noch dramatischer steigender Arbeitslosigkeit und eine massive Migration innerhalb Europas sein“, sagte der Ökonom. Es drohe ein lange anhaltender rapider Verfall und ökonomische Austrocknung der Peripherieregionen – ähnlich wie es der Süden der USA jahrzehntelang nach dem Bürgerkrieg erlebt habe.

„Wer in den reichen Länder glaubt man könne den sozialen Konsequenzen entkommen, der irrt sich gewaltig“, so Galbraith. „Die Geschichte hat immer wieder gezeigt: Wenn die Peripherie einer Wirtschaftseinheit derartigen Niedergang verzeichnet, hat das soziale und wirtschaftliche Konsequenzen auch für die Kernregion.“

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