Ausgerechnet der Solarworld-Chef kritisiert die Lobby-Politik der Bundesregierung. Die Politik knicke vor der Energielobby von RWE, Eon, EnBW und Vattenfall ein, so Asbeck. Große Energiekonzerne wollten die Branche "kaputtmachen".
Der Chef des größten deutschen Solarkonzerns Solarworld, Frank Asbeck, hat der Bundesregierung schwere Fehler vorgeworfen. Die Kürzung der Solarförderung werde viele Jobs kosten, sagte Asbeck im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Die Politik knicke vor der Energielobby von RWE, Eon, EnBW und Vattenfall ein, so Asbeck.
Große Energiekonzerne wollten die Branche "kaputtmachen". Asbeck warnt außerdem vor einem drohenden Monopol Chinas auf die Energiequelle der Zukunft. "China hat einen Industriekrieg begonnen. Der Staat hat den Firmen allein 2011 mit mehr als 20 Milliarden Euro geholfen. Mit diesem Geld bieten die Firmen ihre Produkte zu Dumpingpreisen an."
Ökonomen halten Erneuerbare-Energien-Gesetz für ineffizient
Ökonomen aus Deutschland halten das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für ineffizient und fordern einen Wechsel der Fördersystematik. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung von Wirtschaftswissenschaftlern im Auftrag der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM) und der "Wirtschaftswoche".
So gaben 60 befragte Experten an, dass das EEG den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht kosteneffizient fördere, lediglich neun Experten waren anderer Ansicht. Auch könnten die hohen Kosten der Energiewende die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands negativ beeinflussen.
Die Ökonomen fürchten der Befragung zufolge vor allem kurzfristige negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum, wenn die derzeitige Fördersystematik der Energiewende beibehalten werde. "Die Kosten für die Energiewende laufen aus dem Ruder. Die Energiewende wird zur Gefahr für Wachstum und Wohlstand in Deutschland", warnt der Geschäftsführer der INSM, Hubertus Pellengahr, und fordert eine Abkehr von der bestehenden Fördersystematik.
"Der Ausbau erneuerbarer Energien kann nur gelingen, wenn wir bei deren Förderung die marktwirtschaftlichen Prinzipien nicht unter den Tisch kehren. Die Energiewende braucht einen Ordnungsrahmen, der die Kräfte des Marktes nutzt und nicht unterbindet", so Pellengahr weiter. Insgesamt beteiligten sich 72 Professoren der Wirtschaftswissenschaften an der Befragung.