Die EZB-Bilanz stieg im März auf über 3 Billionen. - Was hat die EZB in ihren Büchern? Antwort: Nur Dreck! Ein Highlight: Portugal-Anleihen mit einer Laufzeit bis 31.12.9999 – also rückzahlbar in rund 8000 Jahren! - "Der Euro ist das größte Betrugssystem der Menschheitsgeschichte in Friedenszeiten".
von Michael Mross
Wenn’s um Milliarden und Billionen geht, ist die EZB bekanntlich nicht zimperlich. Erst kürzlich wurde Europas Banken eine Billion spendiert. Ein Kredit für drei Jahre. Sicherheiten? Fehlanzeige. Geld, frisch aus der Notenpresse um marode Pleite-Banken zu stützen. Es ist nicht davon auszugehen, dass diese Billion je wieder zurückgezahlt werden kann.
Doch auch schon zuvor machte die EZB den Euro-Pleiteländern großzügige Geschenke. Dabei ist der Aufkauf von Staatsanleihen nur ein Bestandteil der vergifteten EZB-Bilanz.
Seit zwei Jahren dürfen die Banken in der Euro-Zone praktisch jedes Papier zur EZB bringen, um dafür kostbare Euros zu kassieren. Die Dimension ist gewaltig: Für rund 480 Milliarden Euro hat die EZB strukturierte Wertpapiere, sogenannte Asset-Backed Securities (ABS), angenommen, weitere 360 Milliarden stehen als "nicht marktfähige Finanzinstrumente" in den Büchern.
Wer was wie viel bei der EZB abgeladen hat, bleibt natürlich ein streng gehütetes Geheimnis der Notenbank. Fakt ist jedoch: Banken bringen selbstverständlich nur solche Papiere zur EZB, welche an den Finanzmärkten schon längst wertlos sind oder für die man keinen Wert mehr feststellen kann. Bei Auswahl und Kreation dieser "nicht marktfähigen Finanzinstrumente" sind die Banken recht phantasievoll.
Dass spanische Banken der EZB fast alle wertlosen Immobilien-Kredite angedient hatten und dafür zu 100% Euros kassierten für Papiere, die maximal noch 10-20% wert waren, kann für die EZB-Giftbilanz noch als „grundsolide“ gewertet werden – denn man kann sich ja zumindest einbilden, dass sich der spanische Immobilienmarkt wieder erholt. Es geht aber auch noch frecher. Was zum Beispiel, wenn eine Bank noch nicht mal mehr über Kreditramsch verfügt, den sie der EZB andrehen kann? Nun, dann schafft sie ihn eben selbst! In dieser Masche sind die irischen Banken führend.
So kreierten irische Finanzhäuser, welche von nirgendwo mehr Geld bekamen, kurzerhand so genannte „Eigengebrauchs-Anleihen“ („Own-Use Bonds“). Das bedeutet: Die Banken erzeugen Anleihen aufs eigene Haus, die sie selbst halten. Diese Kapitalbeschaffungs-Inzucht ist sehr profitabel – dank EZB!
Beispiel aus der irischen Bankenrealität: Am 26.4.2011 begab die Allied Irish Bank (AIB) Anleihen gegen sich selbst in Höhe von 2,87 Milliarden Euro. Diese Papiere erblickten nie den Kapitalmarkt sondern wurden von vornherein nur dazu gedruckt, um sie bei der EZB abzuliefern und dafür bare Euros zu kassieren.
Eine wahre Meisterleistung im Monetarisieren von wertlosem Kreditramsch vollbrachte jedoch Portugal. Das klamme Euro-Land war ebenfalls auf der Suche nach Schuldscheinen, die man der EZB andrehen kann und wurde auch fündig: In den Vierziger Jahren gab es eine besondere Anleihen-Spezialität der Portugiesen: Bonds, mit einer Laufzeit bis ins Jahr 9999, fällig also in rund 8000 Jahren. Für so was würde heute natürlich kein normaler Mensch auch nur einen Cent zahlen – außer der EZB. So finden sich auf der Liste der Sicherheiten der Europäischen Zentralbank genau diese portugiesischen Anleihen aus den Vierziger Jahren. Rückzahlungsdatum: 31.12.9999 – also genau in 7987 Jahren. Wie viel Geld Portugal für die wertlosen Papiere erhalten hat, ist natürlich ein Geheimnis der EZB.
Und weil es so gut funktioniert hat, holte Portugal alles aus seinem Kreditramschkeller heraus, was allenfalls zum Altpapiermüllberg gehört. Insgesamt drehte die Regierung der EZB gleich vier Anleihen aus dem Jahren 1940 / 1941 /1942 / 1943 an, alle mit einer Laufzeit bis 31.12.9999 – unglaublich, aber wahr.
Für die EZB ist der Vorgang offenbar ganz normal. Der portugiesische Kreditramsch steht ganz offiziell auf der Liste der „Sicherheiten“ der Europäischen Zentralbank, welche fein säuberlich nach Ländern auflistet, welchen Dreck die Notenbank als Sicherheit akzeptiert. ( http://www.ecb.int )
Was allenfalls wie ein Scherz aussehen könnte, wird nicht nur im Falle Portugals schwarz auf weiß bürokratisch akkurat aufgelistet. Folgende portugiesische Anleihen akzeptiert die EZB als Sicherheiten. Hier finden sich auch besagte Anleihen aus den Vierzigern: http://www.ecb.int/paym/coll/assets/html/dla/EA/ea_pt_120427.txt
Neben den „Langläufern“ bis ins Jahr 9999 gibt es auch noch andere bizarre portugiesische Kreditversprechen auf der Liste. Diese laufen aber „nur“ bis zum Jahr 2039, 2063, 2064 und 2065.
Wie bewertete doch jüngst ein gut informierter Zeitgenosse die Gemeinschaftswährung: "Der Euro ist das größte Betrugssystem der Menschheitsgeschichte in Friedenszeiten". Die Bilanz der EZB beweist es.



