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3. Weltkrieg

Drastischer Kommentar im Handelsblatt von Gabor Steingart: "Wer Terroranschlag sagt, will verharmlosen. Der Westen befindet sich in einem weltweit geführten Krieg mit radikalisierten Islamisten."

 

"Weltkrieg III." - titelt das Handelsblatt heute einen Kommenatar von Herausgeber Gabor Steingart. Das Blatt ist eigentlich eher für nüchterne Wirtschaftsberichterstattung bekannt - weniger für Panikmache. Doch Steingart hat oft genug und sehr pointiert den Nagel auf den Kopf getroffen - nicht nur wirtschaftlich, sondern auch politisch. - Die Ereignisse von Paris bewertet er so:

 

Wer Terroranschlag sagt, will verharmlosen. Der Westen befindet sich in einem weltweit geführten Krieg mit radikalisierten Islamisten.

In unseren Albträumen hatten wir uns den nächsten Weltkrieg als Atomkrieg vorgestellt, geführt mit Interkontinentalraketen. Doch die Wirklichkeit hält sich nicht an unsere Albträume.

Die neuen Weltkrieger tragen keine Uniform, sondern Jeans. Sie zünden keine Atomsprengköpfe, sondern die Bombengürtel an ihren Hosenbünden. Sie vernichten keine Landstriche, sondern vor allem unser Gefühl von Freiheit und Unbeschwertheit.

Es geht nach dem Massaker von Paris nicht mehr um Einzeltäter. Wer „Terroranschlag“ sagt, will verharmlosen. Die Situation ist fataler und größer, als es die Betroffenheitsadressen der Regierungschefs vermuten lassen. Wir sind nicht nur Opfer eines Terroranschlags, wir sind auch Kriegspartei.

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Von den 1,3 Millionen Menschenleben, die das Kriegsgeschehen von Afghanistan bis Syrien mittlerweile gekostet hat, bringt es allein der unter falschen Prämissen und damit völkerrechtswidrig geführte Irak-Feldzug auf 800.000 Tote. Die Mehrzahl der Opfer waren friedliebende Muslime, keine Terroristen. Saddam Hussein war ein Diktator, aber am Anschlag auf das World Trade Center war er nachweislich nicht beteiligt. „Diejenigen, die Saddam 2003 beseitigt haben, tragen auch Verantwortung für die Situation im Jahr 2015“, sagt mittlerweile selbst Tony Blair, einst der willige Krieger an der Seite der USA.

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Es gibt Alternativen zur militärischen Eskalation, die unserem Land bekömmlicher sind. Deutschland braucht jetzt kein hartes Gesicht an der Spitze, sondern einen kühlen Kopf.

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