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Ex-BayernLB-Chef: Provision für Hypo-Alpe-Adria-Kauf?

Ex-BayernLB-Chef soll für Hypo-Alpe-Adria-Kauf persönliche Provision kassiert haben.  Einer anonymen Anzeige zufolge soll Schmidt für den Kauf eine persönliche Provision erhalten haben. Schmidt bestreitet Vorwürfe.

 



In der Affäre rund um die ehemalige österreichische BayernLB-Tochter Hypo Group Alpe Adria sind neue, schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen BayernLB-Chef Werner Schmidt aufgetaucht. Einer anonymen Anzeige zufolge soll Schmidt für den Kauf eine persönliche Provision erhalten haben.


In einer vierseitigen anonymen Anzeige, die der WirtschaftsWoche vorliegt, wird Schmidt vorgeworfen, für den im Mai 2007 erfolgten Kauf der Hypo Alpe Adria durch die damals von ihm geführte Bayern LB Provision erhalten zu haben. Der Anzeige zufolge hatte der spätere österreichische Hypo-Alpe-Adria Anteilseigner Tilo Berlin im Dezember 2006 einen „abendlichen Termin “ im Style Hotel in Wien mit dem damaligen Hypo Alpe Adria-Chef Wolfgang Kulterer. Dabei „machte Berlin darauf aufmerksam, dass der Verkauf / Exit an die BLB fixiert sei“, heißt es in der Anzeige. „Weiters verwies er darauf, dass es notwendig sei, gewisse Strukturen über Luxemburg bzw. Liechtenstein laufen zu lasen, da bestimmte Herren eine Provision für den Kauf zu erhalten haben. Insbesondere Schmidt / BLB sei zu bedenken.“


In österreichischen Ermittlerkreisen wird der Verfasser der Anzeige als „sehr gut informiert“ eingeschätzt. Die Behörden hätten einige Details überprüft, alle hätten gestimmt, hieß es gegenüber der WirtschaftsWoche. Der Verfasser der Anzeige kenne die Vorgänge rund um die Hypo Alpe Adria offensichtlich detailliert über lange Jahre. Die Vorwürfe nehme man sehr ernst.


Schmidts Anwalt bezeichnete die Vorwürfe gegenüber der WirtschaftsWoche als „völlig haltlos“. Die Staatsanwaltschaft München sprach gegenüber der WirtschaftsWoche von „guten Fortschritten“ bei den Ermittlungen, wollte sich aber zu Vorwürfen gegen einzelne Personen in laufenden Verfahren nicht äußern.
Berlin und eine Gruppe vermögender Privatinvestoren erwarben im Dezember 2006 im Zuge einer Kapitalerhöhung für 125 Millionen Euro 9,9 Prozent an der Kärnter Landesbank Hypo Group Alpe Adria (HGAA). Anfang 2007 stockte Berlin seinen Anteil soweit auf, dass er über die Sperrminorität von 25 Prozent der Anteile kam. Im Mai 2007 übernahm dann die BayernLB für 1,62 Milliarden Euro 50 Prozent an der HGAA und kaufte Berlin seine Anteile ab. Berlin und seinen Investoren brachte die Transaktion einen Gewinn von 150 Millionen Euro innerhalb weniger Monate ein.


Für die Bayern LB war der Kauf ein schlechtes Geschäft. Sie soll im Mai 2007 für die HGAA mehr als 400 Millionen zu viel bezahlt haben, wie Gutachten nahelegen. Da die Kärntner Bank wegen hoher Kreditausfälle mehrfach Kapitalspritzen benötigte, verloren die Bayern bei dem Deal insgesamt 3,7 Milliarden Euro. Im Dezember 2009 musste Österreich die HGAA zwangsverstaatlichen. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt seit Monaten gegen Werner Schmidt und weitere Beteiligte. Sie sollen das Vermögen der Bank veruntreut haben, indem sie den Kaufvertrag für die HGAA ohne ausreichende Prüfung in kürzester Zeit beschlossen und womöglich wissentlich einen zu hohen Kaufpreis zahlten. Schmidt hat die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft stets bestritten.

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