Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Middelhoff

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Seit kurzem ermittelt die Bochumer Staatsanwaltschaft wegen des 150000 Euro teuren Geschenks, das Middelhoff Ende 2008 seinem früheren Ziehvater beim Bertelsmann-Konzern, Mark Wössner, überreicht hat.

 

Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff kommt wegen einer Festschrift, die sein Unternehmen kurz vor der Pleite bezahlen musste, immer stärker in Bedrängnis. Seit kurzem ermittelt die Bochumer Staatsanwaltschaft wegen des 150.000 Euro teuren Geschenks, das Middelhoff Ende 2008 seinem früheren Ziehvater beim Bertelsmann-Konzern, Mark Wössner, überreicht hat. Anlass war Wössners 70. Geburtstag. Den Strafverfolgern liegt dazu ein Brief vor, den Middelhoff am 13. Januar an den Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg geschickt hat. Kurz zuvor hatte Görg mit einer Zivilklage die rund 150.000 Euro zurückgefordert. Middelhoff erklärte in dem Schreiben, er habe mit der Festschrift die Geschäftsbeziehung zwischen Arcandor und der Bertelsmann-Druckereisparte stärken wollen. Gleichzeitig räumte der Ex-Arcandor-Chef aber ein, dass er die Festschrift privat hätte zahlen müssen. Erst jetzt habe er festgestellt, dass er tatsächlich die Summe nicht beglichen habe.

 

Vor wenigen Tagen hatte Middelhoff gegenüber Medien argumentiert, die Kostenübernahme durch Arcandor sei rechtens gewesen. Schließlich sei das Buch im Rahmen einer Arcandor-Präsentation überreicht worden, rein dienstlich. Doch an eine Arcandor-Präsentation können sich Teilnehmer der Geburtstagsveranstaltung im österreichischen Kitzbühel laut Hamburger Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL nicht erinnern. Auf einer an Middelhoff privat adressierten Rechnung, die er an Arcandor weiter gereicht hatte, notierte ein Konzernmitarbeiter später: "Herr Middelhoff, die Rechnung kann von der Buchhaltung (erwartungsgemäß) leider nicht beglichen werden, weil sie auf Sie privat ausgestellt ist. Ich weiß mir auch keinen Rat mehr." Bezahlt hat Arcandor trotzdem.

Middelhoffs Anwalt teilte mit, "dass in mehrfacher Hinsicht ein Arcandor-Bezug gegeben war". Dies betreffe "insbesondere den Teilnehmerkreis, zu dem Führungskräfte von Arcandor, Quelle sowie Angehörige von Lieferanten, Beratern und Finanzdienstleistern" gehört hätten.

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