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SPD in Paris: Hollande fällt Merkel in den Rücken

Affront gegen Merkel: Hollande lockt SPD-Troika im Pariser Elysée-Palast. "Wir werden mit dem französischen Präsidenten François Hollande darüber sprechen, wie wir gemeinsam für mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa sorgen können.

 

Der französische Präsident François Hollande wird am kommenden Mittwoch die SPD-Troika aus Parteichef Sigmar Gabriel, Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Ex-Finanzminister Frank-Walter Steinmeier im Pariser Élysée-Palast empfangen. Nach Informationen von "Bild am Sonntag" will der Regierungschef mit den Oppositionspolitikern die Strategie in der Europa-Politik abstimmen.
 
Vor dem Abflug verhandeln Gabriel und Steinmeier in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über die SPD-Zustimmung zum Fiskalpakt. SPD-Chef Gabriel sagte "Bild am Sonntag": "Wir werden mit dem französischen Präsidenten François Hollande darüber sprechen, wie wir gemeinsam für mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa sorgen können. Hierzu stehen wir bereits seit längerem mit unseren französischen Freunden in engem Austausch."

Nie­mals wä­re der da­ma­li­ge fran­zö­si­sche Prä­si­dent und roya­le So­zia­list François Mit­ter­rand auf den Ge­dan­ken ge­kom­men, die Spit­ze der SPD im Élysée-Pa­last zu emp­fan­gen und dort mit ihr zu be­spre­chen, was er ei­gent­lich mit dem da­ma­li­gen Kanz­ler Hel­mut Kohl zu be­re­den ge­habt hät­te. Das Tref­fen der SPD-Troi­ka mit dem fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten am Mitt­woch ist da­her ein kla­rer Be­leg da­für, was jen­seits der di­plo­ma­ti­schen Flos­keln im Ver­hält­nis Hol­lan­de-Mer­kel wirk­lich los ist: der Teu­fel.​

Die "Bild am Sonntag" kommentiert den Vorgang: "Der So­zia­list an der Sei­ne re­van­chiert sich da­mit für die we­nig klu­ge Un­ter­stüt­zung der Kanz­le­rin für Ni­co­las Sar­ko­zy im zu­rück­lie­gen­den Wahl­kampf. Zu­gleich de­mons­triert er Mer­kel da­mit, dass sie für ih­re Eu­ro-Po­li­tik in dop­pel­ter Wei­se auf die Ge­nos­sen an­ge­wie­sen ist: Im hei­mi­schen Bun­des­rat auf die SPD und in Eu­ro­pa auf ihn, den So­zia­lis­ten.​

Der Vor­gang ist vor al­lem ein er­schre­cken­der Be­leg da­für, in wel­chem Zu­stand sich der deutsch-fran­zö­si­sche Mo­tor und da­mit ganz Eu­ro­pa be­fin­det. Statt sich mit al­ler Kraft und ge­mein­sam der Ge­fahr ei­nes Zer­bre­chens der Eu­ro-Zo­ne ent­ge­gen­zu­stem­men, wer­den Ran­kü­ne ge­schmie­det.​

Ei­gent­lich müss­te man Mer­kel und Hol­lan­de auf ei­ne In­sel ver­ban­nen, bis sie sich auf ei­nen Weg aus der ge­fähr­lichs­ten Kri­se Eu­ro­pas seit Grün­dung der Uni­on ge­ei­nigt ha­ben."​

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