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GR-JA nur ein Fake?

Volkswirte zu Griechenland: „Mit dem Ja ist noch nicht alles entschieden“. Man könne durchaus die Frage stellen, ob die Entscheidung für das Sparpaket – und gegen den Willen vieler Menschen – in einer Demokratie haltbar sei.


Kai Carstensen, Konjunkturexperte vom Ifo Institut, hat Zweifel an der politischen Umsetzbarkeit der griechischen Sparbeschlüsse: „Der Ausschluss einiger Abgeordneter und vor allem die Demonstrationen der Menschen zeigt, wie gespalten das Land ist“, sagte Carstensen Handelsblatt Online. Man könne durchaus die Frage stellen, ob die Entscheidung für das Sparpaket – und gegen den Willen vieler Menschen – in einer Demokratie haltbar sei. „Das wird sich bei den Wahlen im April zeigen“, sagt Carstensen. Er glaubt, dass die politische Entwicklung und somit auch die Entscheidung für das Sparpaket davon abhängt, wie schnell die Reformen Besserung zeigen werden. Eine Prognose hält er für schwierig. "Aber mit dem jetzigen Ja ist noch nicht alles entschieden.“

Alexander Kritikos, Vizepräsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, glaubt, dass ! die Mehrheit der Griechen für die Umsetzung der Sparmaßnahmen und für den Euro ist. „Es gibt nur zwei steinige Wege für die Griechen. Mit dem Euro und ohne den Euro. Allen ist klar, dass der Weg mit dem Euro derzeit der bessere sein dürfte.“

Jürgen Matthes, zuständig für Internationale Wirtschaftspolitik beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln, sagt: „Erste Verbesserungen der Wirtschaftslage werden sich voraussichtlich leider erst 2013 zeigen.“ Er glaubt aber auch, dass sich die Strategie bei der Rettung Griechenlands von Anfang an noch viel konsequenter um wachstumsfördernde Strukturreformen hätte drehen müssen, die mehr Produktivität und Beschäftigung schaffen. „Doch auch die Löhne sind zu hoch. Hier hätte die Anpassung schon längst deutlich stärker stattfinden müssen.“
 
Sollte Griechenlands "Ja" zu den Sparbemühungen nur ein Lippenbekenntnis bleiben, sind neue Probleme programmiert. Nach Ansicht von Beobachtern dürfte dies nicht nur zu neuen Turbulenzen beim Euro führen, sondern auch die Erholung bei den Banken zunichte machen. Besonders Bankaktien sind im Hinblick auf eine Einigung mit Hellas in der letzten Zeit stark gestiegen, allen voran die Commerzbank. Sollte Athen seinen Sparwillen nicht mit Taten unter Beweis stellen, dann ist Ungemach im Bankensektor die Folge mit möglicherweise größeren Abschlägen.
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