Finanzanleger haben in der Woche zum 21. Februar ihre Netto-Long-Positionen weiter ausgeweitet. Sie stiegen um 7,6% auf 160,3 Tsd. Kontrakte, was dem höchsten Stand seit mehr als fünf Monaten entspricht. - Spekulative Netto-Long-Positionen bei WTI weiter gestiegen.
von Commerzbank Commodity Research
Gold handelt heute Morgen bei knapp 1.780 USD je Feinunze und hat weiter die psychologisch wichtige Marke von 1.800 USD je Feinunze im Visier. Das gelbe Edelmetall wird maßgeblich durch die kurzfristig orientierten Finanz- und die ETF-Anleger unterstützt. Denn zum einen haben die spekulativen Finanzanleger in der Woche zum 21. Februar ihre Netto-Long-Positionen weiter ausgeweitet. Sie stiegen um 7,6% auf 160,3 Tsd. Kontrakte, was dem höchsten Stand seit mehr als fünf Monaten entspricht. Zum anderen haben die als eher langfristig orientiert geltenden ETF-Anleger jüngst wieder verstärkt ebendiese börsengehandelten Fonds nachgefragt. So verzeichnete der weltweit größte Gold-ETF, SPDR Gold Trust, letzten Donnerstag und Freitag Zuflüsse von insgesamt drei Tonnen. Die Bestände der von Bloomberg erfassten Gold-ETFs erreichten Ende letzter Woche mit knapp 2.397 Tonnen sogar einen Rekordwert.
Großer Beliebtheit erfreuen sich aktuell auch die Platin- und Palladium-ETFs. Deren Bestände stiegen auf 1,38 Mio. Unzen (Platin) bzw. 1,81 Mio. Unzen (Palladium) und markierten damit den jeweils höchsten Stand seit Ende bzw. Anfang November 2011. Neben den gravierenden Angebotsproblemen – die weltweit größte Platinmine wird z.B. immer noch bestreikt – werden die Preise dieser beiden Edelmetalle somit auch von der Nachfrageseite her unterstützt.
Spekulative Netto-Long-Positionen bei WTI weiter gestiegen
Der Ölpreisanstieg der vergangenen Wochen auf ein 10-Monatshoch von mehr als 125 USD je Barrel bei Brent bzw. knapp 110 USD je Barrel bei WTI ist maßgeblich auf spekulative Finanzanleger zurückzuführen. Diese setzen angesichts der Angebotsrisiken im Zuge der Iran-Krise verstärkt auf steigende Preise. Die spekulativen Netto-Long-Positionen bei WTI sind in der Woche zum 21. Februar dementsprechend um 13,6 Tsd. auf 215.802 Kontrakte gestiegen. Das ist das höchste Niveau seit neun Monaten. In den letzten drei Wochen sind die Netto-Long-Positionen um 25% gestiegen.
Heute veröffentlicht die ICE die entsprechenden Daten für Brent. Auch hier dürfte es zu einem weiteren Anstieg der spekulativen Netto-Long-Positionen gekommen sein. Diese lagen zuletzt auf dem höchsten Stand seit Beginn der Datenreihe im Juni 2011. Das hohe spekulative Engagement könnte die Ölpreise unter Druck setzen, sollten die Finanzanleger Gewinne mitnehmen. Ein Auslöser hierfür könnten die zunehmenden Konjunkturrisiken sein, welche vom hohen Ölpreisniveau ausgehen. Dass diese Gefahr gesehen wird, zeigt der Vorschlag von US-Finanzminister Geithner, die strategischen Ölreserven anzuzapfen.
Es mangelt derzeit auch sonst nicht an Versuchen, dem Ölpreisanstieg Einhalt zu gebieten. Saudi-Arabien soll Industriekreisen zufolge seine Ölexporte in der vergangenen Woche auf 9 Mio. Barrel pro Tag ausgeweitet haben. Dies deutet auf eine deutliche Steigerung der Produktion auf mindestens 11 Mio. Barrel pro Tag hin. Im Januar betrugen die täglichen Exporte noch 7,5 Mio. Barrel, bei einer Tagesproduktion von 9,75 Mio. Barrel.



