Zu früh gefreut haben wir uns. Nachdem in Paris eine elektronische Absichtserklärung für den Waffenstillstand unterzeichnet wurde, glaubten wir an das Kriegsende. Die feierliche Unterzeichnung durch JD Vance und den iranischen Außenminister auf einer Schweizer Bergeshöh wurde kurzfristig abgesagt. Stattdessen fliegen seit 9. Juli 2026 wieder Bomben. Von beiden Seiten.
Von Meinrad Müller
Das gefährliche Spiel um Hormus
Versenkt wurde bis jetzt noch kein Gas-, Öl- oder Kunstdüngertanker, aber vom Iran beschossen. Wie Du mir, so ich Dir reagierten die Amerikaner und haben gestern 90 Ziele im Iran bombardiert. Ob die Mullas diese Schläge abschütteln wie lästige Mücken, ist nicht sicher.
Trump erklärte am 8. Juli 2026 beim NATO-Gipfel in Ankara: „Der Waffenstillstand ist vorbei.“ Er nannte die iranische Führung „Abschaum“ und „kranke Menschen“ und kündigte weitere Schläge an.
Hat der Iran die besseren Karten in der Hand?
Internationale Beobachter sagen, die USA hätten verloren, säßen in der Zwickmühle. Trump will die Zwischenwahlen nicht verlieren. Die Welt will die Energie nicht verlieren. Und Trump will sein Gesicht nicht verlieren.
Hau drauf auf Europa
Sie hätten ihn im Stich gelassen, die europäischen NATO-Partner, die er vor dem Erstschlag nicht einmal konsultierte. Jetzt in Ankara verteilt er tüchtig Ohrfeigen, die so schnell nicht verheilen werden.
Nur die Türkei und Erdoğan kamen gut weg. Trump lobte die enge Freundschaft und deutete F-35-Lieferungen an.
Der Ölpreis als Fieberthermometer
Die Börsen zittern und viele Tanker drehen um. Die Welt schaut gespannt zu. Wird es bei gezielten Schlägen bleiben oder droht eine echte Eskalation? Trump setzt auf Stärke. Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf US-Stützpunkte in Bahrain, Kuwait und Qatar. Wird aus dem Spiel „Schiffchen versenken“ eine Seeschlacht mit immensen Umweltzerstörungen?
Unsere Pläne auf der Insel der Schönen und Reichen, Dubai, legen wir lieber auf Eis.
Meinrad Müllers Blog: www.info333.de/p



